Mini Cabrio: Solarantrieb

Seinen Namen hat dieser Winter bisher kaum verdient. Und dennoch freut sich auch der gemeine Autofahrer auf die Sonne, wenn nur nicht das Dach zwischen ihm und dem Himmel stünde. Wohl dem, der ein Cabriolet fährt. Mini ist wild entschlossen, deren Zahl mit der neuen Version des Mini Cabrio zu vergrößern. Uns führten die „Engländer“ aus München mit einer ersten Ausfahrt bei fast 30 Grad und blauem Himmel über Kalifornien in Versuchung.

SAMSUNG CAMERA PICTURESMit dem neuen Mini musste zwangsläufig auch ein neues Cabrio folgen. Den Regeln des Hauses folgend, durfte sich auch dieses neue Mini-Modell optisch nur wenig vom Vorgänger entfernen und musste Kontakt zum Ur-Mini halten. So würde auch Mini-Vater Alec Issigonis die Architektur seines Austin Mini wiedererkennen: kurze Motorhaube, Quermotor, langer Aufbau, senkrechtes Steilheck, steil stehende Windschutzscheibe und das offenbar immer noch unvermeidliche große Rundinstrument in der Mitte der Armaturentafel. Die heutigen Mini sind allerdings größer, schwerer, besser, komfortabler und sicherer. Unvergessen der legendär lange Bremsweg des Ur-Mini. Doch diese Schwäche ist längst überwunden, das Rundinstrument in der Mitte hält sich dagegen immer noch hartnäckig.

mi3Das typische Gesicht unseres Mini Cooper S Cabrio hat zwei neue Nasenlöcher bekommen, chromumrandte Lufteinlässe zur besseren Kühlung der vorderen Bremsen, dazu weiter außen stehende Nebelscheinwerfer und statt der bisher zwei „Pupillen“ in den großen, runden Scheinwerfer-Augen jetzt nur eine. Der neu gestaltete Grill wird unterbrochen von einem schwarzen Stoßfängerteil, auf dem in Deutschland das Kennzeichen seinen Platz finden wird.

mi4Bei dem guten Wetter in Kalifornien konnten sich die Mini Cabrios von ihrer besten Seite zeigen: offen. Die kurze Schnauze, die steil stehende Windschutzscheibe, die komplett gerade, von Chrom unterstrichene Bordkante und das fast ganz weggefaltete elektrisch betätigte Textilverdeck ergeben eine elegante Erscheinung. Nur die Kopfstützen ragen über die Bordkante hinaus, seit die im Falle eines Unfalls pyrotechnisch ausgelösten Überrollbügel fast hinter den Kopfstützen der Rücksitze verschwinden.

mi5Die vier Kopfstützen signalisieren den Viersitzer. Doch das ist eine nett gemeinte Übertreibung. Die größeren Maße – Länge plus 98 Millimeter, Radstand plus 28 Millimeter, größere Spur vorn und hinten – kommen zwar den Insassen zugute. Doch sind die hinteren Sitze immer noch bestenfalls als Notsitze zumutbar. Aber die Isofix-Vorrichtungen hinten zeigen, dass nicht nur an Erwachsene gedacht wird. Für den Urlaub werden die hinteren Sitze die Aufgabe eines zusätzlichen Gepäckabteils übernehmen müssen, denn der Kofferraum ist zwar ein Viertel größer als beim Vorgänger, aber nicht groß. Bei geschlossenem Dach schluckt er 215 Liter, bei offenem 160 Liter, die sich aber durch eine Möglichkeit, das Dach zum Beladen (Easy Load-Funktion) anzuheben, besser erreichen lassen.

mi6Bei 3.85 Metern Länge kann Mini sein Cabrio gerade noch als Kleinwagen einordnen. Wäre ja auch zu schade gewesen, wenn der typische BMW-Superlativ „einziges Premium-Cabriolet im Kleinwagen-Segment“ nicht mehr gepasst hätte. Den Premium-Anspruch nach Mini-Art symbolisiert der Innenraum mit seinen metallenen Kippschaltern in Gassen als Zitat aus dem Flugzeugbau vergangener Jahrzehnte, viel Chrom, einem neuen Multifunktionslenkrad und feinen Materialien, wohin das Auge blickt. Die neuen Sitze unterstreichen den Anspruch mit Sitzkomfort und Seitenhalt.

SAMSUNG CAMERA PICTURESUnser Mini Cooper S Cabrio wird auf Trab gebracht vom Twin-Turbo-Vierzylinder mit 1.998 ccm Hubraum, 192 PS Leistung und einem maximalen Drehmoment von 280 Newtonmetern, das sich kurzzeitig auf 300 Nm erhöhen lässt. In 7.2 Sekunden sprintet es von 0 auf 100 km/h und erreicht mit der Sechsgang-Steptronic 228 km/h Höchstgeschwindigkeit. Der Durchschnittsverbrauch wird mit 6.1 bis 6.0 Litern angegeben. Uns präsentierte sich dieser Cooper S als ein perfekte Paket.

SAMSUNG CAMERA PICTURESWeiters gibt es das Mini Cabrio One mit 102 PS starkem Dreizylinder-Benziner und 180 Nm sowie mit 136 PS und 220 Nm, das Mini Cooper D Cabrio mit Dreizylinder-Diesel (119 PS und 270 Nm) und das Mini Cooper SD Cabrio (Vierzylinder-Diesel mit 170 PS und 360 Nm). Das sportlichste Modell: der Mini John Cooper Works mit 231 PS und 320 Nm. Der Antrieb, sich im Mini-Stil der Sonne auszusetzen, wird auch diesem Cabriolet wieder Erfolg bringen.
Sm/amp

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