936 Kilometer ohne Ladestopp – Škoda stellt Peaq auf die Probe

936 Kilometer ohne Ladestopp – Škoda stellt Peaq auf die Probe – Wie weit kommt ein Elektro-SUV tatsächlich mit einer Batterieladung? Škoda hat diese Frage mit dem neuen Peaq auf ungewöhnliche Weise beantwortet. Der siebensitzige Stromer schaffte 936 Kilometer ohne nachzuladen – allerdings unter Bedingungen, die mit dem normalen Alltag wenig zu tun haben.
936 Kilometer mit einer einzigen Batterieladung – diese Zahl lässt selbst bei einem Elektroauto aufhorchen. Noch bemerkenswerter wird sie, wenn es sich dabei um ein siebensitziges SUV handelt. Genau das ist Škoda mit dem neuen Peaq gelungen. Das elektrische Flaggschiff der Marke fuhr von Mladá Boleslav in Tschechien bis ins niederländische Zandvoort, ohne unterwegs an eine Ladestation zu müssen.
Der Rekordversuch war ursprünglich eine Idee von zwei Škoda-Mitarbeitern: Marek Jež, Leiter der Modellreihe Peaq, und Jakub Krs, verantwortlich für die Hochspannungs-Batteriestrategie. Ihre Frage war simpel: Was lässt sich aus der Technik herausholen, wenn man das Fahrzeug konsequent auf maximale Reichweite trimmt?
Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Der serienmäßige Peaq 90 absolvierte die Strecke über Deutschland bis an die niederländische Küste mit einem durchschnittlichen Energieverbrauch von lediglich 9,2 kWh pro 100 Kilometer. Die Fahrt wurde dabei von TÜV Süd als Zertifizierungsunternehmen überwacht.
Fast 45 Prozent mehr als der WLTP-Wert
Besonders interessant wird der Vergleich mit den offiziellen Verbrauchs- und Reichweitenangaben. Der Peaq 90 verfügt über eine 91-kWh-Batterie, von der 86 kWh netto zur Verfügung stehen. Škoda gibt für das Modell eine maximale WLTP-Reichweite von bis zu 647 Kilometern an. Bei der Rekordfahrt wurden daraus 936 Kilometer – also 289 Kilometer mehr beziehungsweise knapp 45 Prozent über dem homologierten Wert.
Allerdings sollte man diese Zahlen nicht miteinander verwechseln. Der WLTP-Wert entsteht unter einem standardisierten Testverfahren, das unterschiedliche Fahrsituationen abbilden soll und damit einen realistischeren Vergleich zwischen Fahrzeugen ermöglicht. Die Rekordfahrt verfolgte hingegen ein völlig anderes Ziel: maximale Reichweite um nahezu jeden Preis.
Entsprechend wurden Route, Geschwindigkeit und Fahrweise sorgfältig optimiert. Der Peaq wurde möglichst effizient bewegt, unnötige Beschleunigungs- und Bremsvorgänge wurden vermieden. Auch die gewählte Bereifung spielte eine Rolle. Zum Einsatz kamen 19-Zoll-Räder mit serienmäßigen Reifen mit geringem Rollwiderstand.
Aerodynamik als wichtiger Faktor
Mit einem Luftwiderstandsbeiwert von 0,249 bringt der Peaq zudem eine für ein großes SUV bemerkenswert günstige Aerodynamik mit. Gerade bei höheren Geschwindigkeiten entscheidet der Luftwiderstand wesentlich über den Energiebedarf. Hinzu kommen der 210 kW (286 PS) starke Elektromotor und der Hinterradantrieb.
Die Rekordfahrt startete am 25. August um 12 Uhr mittags am Škoda-Stammsitz in Mladá Boleslav. Nach Fahrten durch Deutschland erreichte das Team in den frühen Morgenstunden des folgenden Tages die Niederlande. Am Nachmittag endete die Tour schließlich im Badeort Zandvoort. Fahrerwechsel sowie Pausen zum Essen und zur Erholung waren Bestandteil der Fahrt.
Für den normalen Peaq-Fahrer wird eine solche Reichweitenfahrt allerdings kaum zum Alltag gehören. Das räumt auch Škoda selbst ein. Wer ein großes Elektro-SUV mit sieben Sitzplätzen kauft, möchte schließlich nicht permanent auf maximale Effizienz achten. Klimaanlage, Infotainment, Fahrdynamik und Komfort sollen genutzt werden – und genau dafür ist das Fahrzeug konzipiert.
Ein Rekord mit Signalwirkung
Trotzdem besitzt die Fahrt eine interessante Aussagekraft. Sie zeigt, welches Potenzial moderne Elektroantriebe bieten können, wenn Batterie, Aerodynamik, Reifen und Fahrweise optimal zusammenspielen. Gerade bei großen und schweren Elektrofahrzeugen gilt Reichweite häufig als Achillesferse. Der Peaq demonstriert, dass auch ein siebensitziges SUV unter günstigen Bedingungen enorme Distanzen zurücklegen kann.
Der neue Peaq bringt darüber hinaus einige technische Neuerungen für Škoda mit, darunter bündig eingelassene Türgriffe, ein Panoramaglasdach mit Dynamic Shade Control und die Möglichkeit zum bidirektionalen Laden. Das Interesse am neuen Elektro-Flaggschiff scheint jedenfalls groß zu sein: Laut Škoda liegen bereits mehr als 10.000 Bestellungen vor. In Österreich startet der Peaq am 2. Oktober 2026.
Der Rekord von 936 Kilometern dürfte dabei vor allem eines bewirken: Er verschiebt die Vorstellung davon, was ein großes Elektro-SUV mit einer Batterieladung unter optimalen Bedingungen leisten kann. Für den Alltag bleibt die WLTP-Reichweite die deutlich bessere Orientierung – für die Schlagzeile sind 936 Kilometer allerdings die weitaus eindrucksvollere Zahl.


