Erst die Vernetzung macht „Vision Zero“ möglich

Erst die Vernetzung macht „Vision Zero“ möglich. „Neue Fahrzeugarchitekturen und die flexible Innenraumnutzung stellen deutlich komplexere Anforderungen an die Fahrzeugsicherheit. Ohne deren Berücksichtigung können sich weder autonome Fahrzeuge noch die E-Mobilität in der Breite durchsetzen.“ Diese These vertrat ZF-Vorstandsvorsitzender Dr. Stefan Sommer in seiner Keynote auf dem „CARSymposium“ in Bochum.

Autonomes Fahren und Elektromobilität stellten die Fahrzeugsicherheit vor neue Herausforderungen, sagte er. Das gelte nicht nur für die aktive Sicherheit, als Grundvoraussetzung für autonomes Fahren, sondern auch für die passiven Sicherheitssysteme. Der Reiz des autonomen Fahrens bestehe nicht zuletzt darin, dass die Passagiere ihre Sitzposition weitaus flexibler einstellen können als in konventionellen Fahrzeugen. Um dennoch maximalen Insassenschutz zu gewährleisten, sind hier laut Sommer völlig neue Airbag-Systeme erforderlich. An entsprechenden Lösungen arbeitet ZF derzeit, dabei werden auch alternative Einbauräume – wie etwa im Dach statt im Lenkrad oder Armaturenbrett untergebrachte Luftkissen – weiter entwickelt und zur Marktreife gebracht.

Dachairbag von ZF, bereits im Serieneinsatz
Dachairbag von ZF, bereits im Serieneinsatz

Zwar sollen autonom fahrende Fahrzeuge zukünftig keine Unfälle mehr verursachen. Sie müssen aber dennoch darauf ausgelegt sein, sich in einem Verkehr zu bewegen, der noch lange durch nicht-autonome Fahrzeuge – und damit potenzielle Unfallgegner – geprägt wird. Das durchschnittliche Alter der Pkw auf unseren Straßen liege derzeit bei 9.2 Jahren und steige weiter. Im Jahr 2037, wenn Neufahrzeuge nach Schätzung von Branchenexperten überwiegend autonom fahren sollen, werden mehr als zwei Millionen Fahrzeuge älter als 20 Jahre sein und damit überwiegend noch konventionell gesteuert, betonte Sommer.

Neue Sicherheitskonzepte für autonome und elektrisch angetriebene Fahrzeuge haben aber nicht nur technologische Aspekte. „Niemand käme auf die Idee, trotz zahlreicher schwerer Unfälle im Januar ein Verbot des Autofahrens auf Schnee zu fordern. Geschieht aber ein einzelner Unfall auf Grund der Einführung einer neuen Technologie – wie bei einem autonom fahrenden Auto im Herbst 2016 – wird die Technologie als solche in Frage gestellt.“, macht Sommer deutlich.

ZF sieht sich der „Vision Zero“ verpflichtet – einem Verkehr, der weder Unfälle noch Emissionen verursacht. Erst die Vernetzung aller Verkehrsteilnehmer ermögliche, diesem Ziel entscheidend näher zu kommen.

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