Forstinger schafft den Turnaround – Werkstattgeschäft wird zum Wachstumsmotor

Forstinger schafft den Turnaround – Werkstattgeschäft wird zum Wachstumsmotor – Österreichs Autozubehör- und Werkstattkette schreibt wieder schwarze Zahlen – jetzt werden weitere Autohäuser für Expansion und Standortoptimierung gesucht
Der Sanierungskurs von Forstinger zeigt Wirkung. Nach einem noch verlustreichen Vorjahr rechnet die österreichische Autozubehör- und Werkstattkette für 2026 wieder mit einem klar positiven operativen Ergebnis. Damit dürfte der Turnaround geschafft sein. Im Mittelpunkt der Neuausrichtung stehen das klassische Zubehörgeschäft, der Ausbau der Werkstattleistungen und transparente Fixpreisangebote.
„Unser konsequenter Fokus auf Auto, Werkstattservice und transparente Fixpreisangebote erweist sich als absolut richtig“, erklärt Geschäftsführer Rudolf Bayer. Nach seinen Angaben ist die Rückkehr in die Gewinnzone damit gelungen.
Werkstatt wird zum Wachstumstreiber
Besonders stark entwickelt sich das Servicegeschäft. Der Anteil der Werkstattleistungen am Umsatz lag vor zwei Jahren noch bei rund acht Prozent. Im vergangenen Jahr waren es bereits 15 Prozent, mittlerweile sind es 18 Prozent. Das entspricht gegenüber dem Vorjahr einem weiteren deutlichen Wachstum.
Man sieht dabei einen wesentlichen Vorteil in der Kombination von Zubehör, Ersatzteilen und Fachwerkstattleistungen. Angeboten werden diese Leistungen vielfach zu Fixpreisen. Für Kunden soll dadurch vor allem eines entstehen: mehr Transparenz bei den Kosten.
Gefragt sind insbesondere Reparaturen, Öl- und Reifenservice sowie die §57a-Begutachtung. Auch der schneereiche Winter hat nach Unternehmensangaben zu einer stärkeren Nachfrage beigetragen. Gleichzeitig achten viele Autofahrer angesichts steigender Lebenshaltungskosten verstärkt auf die Preise bei Wartung und Reparatur.
Forstinger setzt deshalb auf ein Konzept, das Werkstatt und Shop miteinander verbindet. Das Unternehmen ist inzwischen zudem Partner des jö Bonus Clubs und kann damit seine österreichweite Präsenz für zusätzliche Kundenkontakte nutzen.
Expansion mit bestehenden Autohäusern
Trotz des positiven Geschäftsverlaufs bleibt das Kostenmanagement laut FORSTINGER ein zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie. Das Filial- und Werkstättennetz soll dennoch weiter ausgebaut beziehungsweise optimiert werden.
Dafür sucht das Unternehmen österreichweit bestehende oder aufgelassene Autohäuser. Das Konzept wurde bereits an mehreren Standorten umgesetzt. In Neunkirchen übernahm man im vergangenen Jahr das ehemalige Autohaus Zezula. Weitere Beispiele sind der frühere Betrieb von Toyota Frey in Wien-Floridsdorf sowie das ehemalige Autohaus Koinegg in Baden.
Gesucht werden Standorte mit einer Größe von etwa 700 bis 1.000 Quadratmetern. Der bisherige Schauraum soll zum Shop umgebaut werden. Die vorhandene Werkstatt wird möglichst weitergenutzt. Ideal sind zwei bis vier Arbeitsplätze und eine bestehende Berechtigung zur Durchführung der §57a-Überprüfung.
Chance für Betriebe ohne Nachfolger
Hinter der Expansion steckt auch ein struktureller Wandel in der österreichischen Autobranche. Viele Unternehmer der Babyboomer-Generation stehen vor dem Ruhestand und finden für ihre Betriebe keine geeignete Nachfolge.
„Die Babyboomer gehen in Pension und für ihren Betrieb findet sich möglicherweise keine Nachfolge-Lösung“, sagt Bayer.
Forstinger möchte diese Situation nutzen, um sein Netzwerk gezielt auszubauen. Bevorzugt werden Mietlösungen, grundsätzlich könne man sich aber auch andere Modelle vorstellen. Gesucht wird nicht nur in einzelnen Ballungsräumen, sondern in ganz Österreich.
Damit verfolgt man eine doppelte Strategie: Einerseits soll das profitable Werkstattgeschäft weiter wachsen, andererseits können bestehende Standorte mit vorhandener Infrastruktur übernommen und in das neue Konzept integriert werden.
Der Turnaround ist damit für das Unternehmen nicht nur ein finanzieller Erfolg, sondern gleichzeitig die Basis für die nächste Wachstumsphase. Ansprechpartner für interessierte Autohausbesitzer ist Geschäftsführer Rudolf Bayer direkt unter rudolf.bayer@forstinger.com


