Guter Ton ohne Klassiker zu verbasteln

Guter Ton ohne Klassiker zu verbasteln – Oldtimer und Youngtimer leben von ihrer Originalität. Doch beim Sound darf es inzwischen gerne etwas mehr sein. Blaupunkt bringt mit der neuen Cassic-Serie Lautsprecher auf den Markt, die sich optisch zurückhalten und technisch deutlich moderner auftreten als so mancher Klassiker selbst.

Es gibt Dinge, die man einem Oldtimer einfach nicht antun sollte. Ein modernes Riesendisplay mitten ins Armaturenbrett gehört für viele Besitzer ebenso dazu wie Lautsprecher, die aussehen, als wären sie gerade aus einem aktuellen Kompaktwagen gefallen. Andererseits muss man sich die Realität eingestehen: Die originalen Lautsprecher eines 30, 40 oder 50 Jahre alten Autos waren klanglich selten eine Offenbarung.

Genau an diesem Punkt setzt Blaupunkt mit seiner neuen CLASSIC-Serie an. Die fünf Lautsprechersysteme wollen nicht nach Hightech aussehen, sondern möglichst so, als hätten sie schon immer in das jeweilige Fahrzeug gehört. Mattschwarz, klassische Formen und wahlweise aktuelles oder historisches Blaupunkt-Logo sollen die Nachrüstung optisch möglichst unauffällig machen.

Das ist mehr als eine Spielerei. Denn gerade bei historischen Fahrzeugen ist der Einbau moderner Komponenten häufig das größere Problem als deren Klang. Hinter Türverkleidungen, unter dem Armaturenbrett oder in der Hutablage herrscht Platzmangel. Wer dort einen modernen Lautsprecher unterbringen will, muss nicht selten bohren, schneiden oder die originale Verkleidung verändern. Für viele Oldtimerbesitzer ist damit die rote Linie überschritten.

Wenig Platz, aber ordentlich Klang

Blaupunkt versucht dieses Problem mit besonders flachen Bauformen zu lösen. Der 100-Millimeter-Koaxiallautsprecher CLASSIC 100 Cx kommt auf gerade einmal 34,7 Millimeter Einbautiefe. Die 130-Millimeter-Modelle benötigen 43,8 Millimeter, die 165er 44,4 Millimeter. Möglich machen soll das unter anderem der Einsatz leistungsfähiger Neodym-Magnete.

Damit wird die Serie vor allem dort interessant, wo möglichst wenig am Fahrzeug verändert werden soll. Und das betrifft längst nicht nur Vorkriegsautomobile oder klassische Chromjuwelen. Gerade bei Youngtimern aus den 1980er- und 1990er-Jahren sind die originalen Audiosysteme heute häufig der Punkt, an dem der Zahn der Zeit besonders deutlich zu hören ist.

Technisch beschränkt sich Blaupunkt dabei nicht auf einen nostalgischen Rückblick. Beschichtete Zellulosemembranen, Gummisicken und vergoldete Anschlüsse gehören ebenso zur Ausstattung wie die modernen Neodym-Magnete. Die drei Cx-Modelle kombinieren Tief- und Hochtöner in einem Lautsprecher und sind damit für eine relativ unkomplizierte Nachrüstung gedacht.

Wer mehr aus seiner Musik herausholen möchte, kann zu den beiden Komponentensystemen 130 Cs und 165 Cs greifen. Hier sitzt der 25,5 Millimeter große Seidenkalottenhochtöner separat, dazu kommen eigene Frequenzweichen. Beim größeren 165 Cs stehen 60 Watt Nenn- und bis zu 120 Watt Maximalbelastbarkeit zur Verfügung.

Das klingt auf dem Papier durchaus zeitgemäß. Und genau das ist der interessante Ansatz: Die Technik muss nicht mehr zwangsläufig nach Technik aussehen. Preislich bleibt der Einstieg mit 99 Euro für den CLASSIC 100 Cx relativ niedrigschwellig. Das Topmodell 165 Cs kostet 169 Euro. Damit sind die Lautsprecher weit davon entfernt, eine kostspielige High-End-Restauration zu werden.

Für Besitzer klassischer Fahrzeuge könnte die neue Serie deshalb einen vernünftigen Kompromiss darstellen. Mehr Klang, ohne gleich die historische Atmosphäre des Innenraums zu opfern. Denn ein Oldtimer darf schließlich modernisiert werden – nur sollte man ihm die Modernisierung nicht unbedingt ansehen.