Hat die Formel 1 das Auto verbessert?

Eine unter Autofreunden immer wieder gestellte Frage – Hat die Formel 1 das Auto verbessert? Die Technologie der Formel 1 geht über die 21 Grand Prix und 20 Autos in der Startaufstellung weit hinaus. Viele Innovationen, die in der Formel 1 entwickelt wurden, haben ihren Weg in unsere Autos gefunden. Aber einige Straßenfahrzeuge haben eine noch engere Verbindung. Zunächst einmal die einfache Tatsache, dass die Formel 1 die größte Reichweite aller Motorsportarten hat. Was eine große Rolle für die Sichtbarkeit der Marke spielt. Nun, die Formel 1 ist ein Testgelände für neue Technologien, die der Hersteller in seinen Autos einführen möchte. Wenn die Technologie auf den Rennstrecken getestet wird und Rennen gewonnen hat, verbessert das sicher die Leistung der Straßenautos. Das trägt zu einem positiven Image bei. Es gibt unglaublich viele Entwicklungen in unseren modernen Autos, die aus der Formel 1 stammen.

Formel 1 und der thermische Wirkungsgrad

Was mit Sicherheit zur Popularität von Formel 1 beigetragen hat, ist der kontinuierlich wachsende Wettmarkt. Und die häufige Berichterstattung von Rennen weltweit, was die Formel 1 Quoten regelmäßig in die Höhe schnellen lässt. Aber Formel 1 hat viel mehr Einfluss auf unser tägliches Leben als wir bisher dachten. Angefangen bei den Straßenautos, aber auch auf viele andere Bereiche unseres Lebens. Natürlich ist das F1-Aggregat selbst ein Wunderwerk. Ohne Zweifel der effizienteste Motor der Welt.

Datentransfer sichert rasche Erkenntnisse

Man vergleiche nur das V6-Turbo-Hybrid-Aggregat mit dem bis 2013 verwendeten V8-Saugmotor. 20 % mehr Leistung und dennoch 26 % weniger CO2-Emissionen. In der Welt der Automobile wird bei der Motorleistung oft der Begriff „thermischer Wirkungsgrad“ verwendet. Vereinfacht ausgedrückt, beschreibt er den Prozentsatz der Verbrennungsenergie, der ein Auto vorwärtsbewegt. In der V8-Ära erreichte der thermische Wirkungsgrad einen Spitzenwert von 29 %. Mit der Einführung der V6-Turbo-Hybride im Jahr 2014 sprang dieser Wert fast sofort auf rund 40 %. Und jetzt liegt er bei über 50 %. F1-Motoren sind in sieben Jahren um 10 % effizienter geworden. So rasant ist die Entwicklung.

Von der Formel 1…

Der Turbo-Hybrid ist auch schneller als der V8. Auf der längsten Strecke im F1-Kalender – Spa-Francorchamps – war die schnellste Rennrunde 2013 eine 1.50,756. Gefahren von Red Bulls Sebastian Vettel mit etwa 135kg Kraftstoff. Im Jahr 2019 fuhr Vettel erneut die schnellste Runde beim GP von Belgien, aber diesmal mit einer Runde von 1.46,409 Minuten. Nachdem er im Laufe des Rennens nur 100 kg Kraftstoff verbraucht hatte und das in einem schwereren Auto.

Showcar Mercedes-AMG Project ONE

In Anbetracht all dessen ist es keine Überraschung, dass diese Technologie ihren Weg auf die Straße gefunden hat. Mercedes-AMGs Project One Hypercar verwendet ein aus der Formel 1 abgeleitetes 1,6-Liter-Turbo-Hybrid-Aggregat. Und Aston Martins atemberaubender Valkyrie, an dessen Entwicklung Red Bulls Chief Technical Officer Adrian Newey beteiligt war, nutzt ein Energierückgewinnungssystem.

…bis ins Alltagsauto und weiter

Abgesehen von den Hypercars nutzt Mercedes die aus der Formel 1 abgeleitete Hybridtechnologie in Modellen wie der S-Klasse, während die in den späten 80er und frühen 90er Jahren in der Formel 1 entwickelten Schaltwippen-Getriebe heute in Straßenfahrzeugen allgegenwärtig sind.

KERS, das 2009 eingeführt wurde, um die Bremsenergie zu nutzen und auf die Strecke zu bringen, wird heute nicht nur in Hybridautos, sondern auch in Bussen eingesetzt. Und es trägt dazu bei, Städte grüner zu machen. Auf der Isle of Eigg – die nicht an das britische Stromnetz angeschlossen ist – werden dieselben Schwungrad-Energiespeichersysteme zur Stromversorgung von Häusern und Unternehmen eingesetzt.

Die Formel 1 hat nicht nur das Auto verbessert…

Die Grenzen der Technik auszuloten, um jedes Zehntel gegenüber der Konkurrenz zu gewinnen, ist ein spektakulärer Sport. Aber die Innovationen aus der Formel 1 prägen die Welt auf viele – oft unsichtbare – Arten. Die Welt strebt nach mehr Nachhaltigkeit und übernimmt Verantwortung im Kampf gegen den Klimawandel. Das tut auch die F1. Ihre Technologien finden nicht nur den Weg in die Optimierung der Straßenautos. Das Fachwissen der F1-Teams in Sachen Aerodynamik und Kohlefasertechnologie nutzen viele Bereiche. So setzt man die F1-Technik in zahlreichen anderen Sportarten wie Segeln, Bobfahren und Radsport ein.

F1-Technologien in vielen Bereichen

Auch der öffentliche Nahverkehr profitiert von den Bemühungen der Formel-1-Teams. McLaren Applied Technologies nutzt eine aus der Formel 1 abgeleitete Technologie. Um eine 5G-Infrastruktur für den vernetzten Straßen-, Schienen- und U-Bahn-Verkehr zu entwickeln. Sensoren und Daten-Tools, die in der Formel 1 ihren Anfang nahmen, setzt man unter anderem im Mass Rapid Transit-System von Singapur ein.

Sogar Supermärkte setzen nun von der Formel 1 inspirierte Technologie ein. Aerofoils wurden in Kühlschränke eingebaut. Dadurch geht wesentlich weniger kalte Luft aus den Geräten verloren. Was wiederum zu einem geringeren Energieverbrauch und weniger Kohlenstoffemissionen führt. Und zu wärmeren Gängen in den Geschäften für die Kunden .

Die Spitzentechnologie in der Formel 1 scheint weit entfernt von unserem täglichen Leben zu. Aber der Trickle-Down-Effekt der F1-Technologie war noch nie so stark wie jetzt. Und die F1 wird sich ständig weiterentwickeln. Denn immer entsteht neues Wissen und reifen neue Erkenntnisse. Wenn man darüber nachdenkt, wird die Technologie in der F1 wirklich auf Herz und Nieren geprüft. Und bis zum absoluten Limit getestet. Die F1-Umgebung ist eine der intensivsten und extremsten Testumgebungen für technische Innovationen. Es gibt also keinen besseren Weg, um die Leistung, Effizienz und Zuverlässigkeit dieser Technologien herauszufinden. Bevor man sie in der realen Welt einsetzt. Vieles aus der Formel 1 ist zwar nicht direkt übertragbar. Aber viele der Erkenntnisse und Inspirationen können von den innovativen Designs und Konzepten auf der Rennstrecke übernommen werden. Die Formel 1 hat nicht nur das Auto verbessert. Sie trägt mit ihrere Technologie auch zur Weiterentwicklung in vielen anderen Bereichen bei.