ÖBB Rekord bei Fahrgästen – Dämpfer beim Gewinn

ÖBB Rekord bei Fahrgästen – Dämpfer beim Gewinn – Der Personenverkehr ist auf Wachstumskurs, doch wirtschaftlich weht ein sehr rauerer Wind. Einerseits markieren 559 Millionen Fahrgäste im vergangenen Jahr einen neuen Höchstwert, andererseits belastet die anhaltende Industrierezession – wohl auch bedingt durch das Versagen der heimischen Industriepolitik und den daraus resultierenden Abwanderungen und der hohen Anzahl an Insolvenzen. 

Für das Fahrgastplus von 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr sorgten neben dem stabilen Pendlerverkehr die Angebotsausweitungen sowie infrastrukturelle Meilensteine wie die Inbetriebnahme der Koralmbahn. ÖBB-Konzernchef Andreas Matthä bezeichnete diese als „Sternstunde“. Die Fahrgastzahlen im Busverkehr stiegen leicht um 0,2  Prozent auf 211,5 Millionen.

Licht & Schatten 

Auf der Ertragsseite zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Das Ergebnis vor Steuern lag mit 68,1 Millionen Euro zwar klar im positiven Bereich, ging jedoch im Vergleich zu 2024 um rund 40 Prozent zurück. Hauptursache ist die anhaltende Industrierezession in Europa, die insbesondere den Schienengüterverkehr belastet.

Die Transportleistung im Güterverkehr sank um vier Prozent auf 26,2 Milliarden Nettotonnenkilometer. Neben der schwächeren Nachfrage nach Logistikleistungen verschärfte auch der intensive Preiswettbewerb mit dem Straßengüterverkehr die Situation. „Das Geschäftsjahr 2025 war für uns ein Jahr mit Licht und Schatten“, fasst Matthä die Entwicklung zusammen.

Rekordzahlen und strukturellen Herausforderungen

Unterm Strich zeigt sich die ÖBB als Unternehmen im Spannungsfeld zwischen wachsender gesellschaftlicher Bedeutung und wirtschaftlichen Herausforderungen. Während der Rekord bei den Fahrgastzahlen den klaren Trend hin zu nachhaltiger Mobilität bestätigt und die Investitionen in Infrastruktur sowie Angebot ihre Wirkung entfalten, offenbaren die rückläufigen Ergebnisse die starke Abhängigkeit von der konjunkturellen Entwicklung – insbesondere im Güterverkehr.

Zugleich wird deutlich, dass die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht losgelöst von politischen Entscheidungen betrachtet werden können. Eine vielfach kritisierte, wenig treffsichere Industriepolitik hat zur deutlichen Schwächung des Standorts beigetragen und damit auch die Nachfrage im Schienengüterverkehr belastet. In Kombination mit dem intensiven Wettbewerb auf der Straße verschärft sich der Druck zusätzlich.                                                                                                                                                                                        hak