P.b.b GZ02Z034771 M Ausgabe 2/22 Euro 5,50 Opel Astra Dacia Jogger Skoda Enyaq Coupé VW T-Roc Ducati Panigale Elektrische Kompaktklasse Renault Megane E-Tech Porsche Cayman GT4 RS Der wahre Porsche Hyundai Staria & VW T7 Konzeptvergleich RÖHRL – STOHL & 5 ZYLINDER
skoda.at youtube.com/skodaAT facebook.com/skoda.at instagram.com/skodaAT Symbolfoto. Stand 17.03.2022. Die beschriebenen Ausstattungen sind zum Teil serienmäßig oder optional erhältlich. Details bei Ihrem ŠKODA Berater. Verbrauch: 4,7–8,5 l/100 km. CO2-Emission: 124–193 g/km. Der neue ŠKODA KAROQ Der neue ŠKODA KAROQ ist ein selbstbewusster SUV, der mit zahlreichen Innovationen für einen starken Auftritt sorgt: Leichtmetallräder mit schwarzen Aero-Einsätzen garantieren optischen Schwung und verbessern die Aerodynamik. Voll-LED-Matrix-Scheinwerfer leuchten die Fahrbahn optimal aus, damit Sie sicher ans Ziel kommen. Clevere Details wie der für ŠKODA typische Regenschirm und das praktische VarioFlex Sitzsystem ergänzen den hohen Komfort des neuen KAROQ. Ab 29. April bei Ihrem ŠKODA Betrieb! IMMER EIN SELBSTBEWUSSTER AUFTRITT
I SPENT A LOT OF MONEY ON BOOZE, BIRDS AND FAST CARS. THE REST I JUST SQUANDERED. GEORGE BEST LOTUS YELLOW LOTUS EUROPA S2 9,6 SEC ⁄ 186 KMH / 1565 CCM ⁄ 4 CYL ⁄ 83 PS ⁄ 108 NM WWW.DIETER-HUBER.COM ⁄ ZWISCHENGAS_12
INHALT News 06 VW T-Roc Update für den Erfolgstypen 08 Dacia Jogger Darf’s a bisserl mehr sein? 10 Renault Austral Nouvelle Wagen 12 Opel Astra Potzblitz Konzeptvergleich 22 Hyundai Staria und VW T7 Captain Future trifft Captain Kirk Titelthemen 16 Audi RS3 vs. Cupra Formentor Götterdämmerung 42 Porsche 718 Caman GT4 RS Der wahre Porsche Extremtest 28 E-Mobilty am Polarkreis Cupra on Ice Historisch 54 Skoda 1100 OHC Coupé Bella Stroj Magazin 58 Walter Röhrl ist 75 Ein Mann bleibt sich treu Motorsport 64 Motorsport im Fischernest Rallye rettet Casino 2-Rad 68 Ducati Panigale V4 SP Rallye rettet Casino Service 14 Bücher 72 Termintacho 73 Impressum 74 Rückstrahler 75 Vorschau Long Run 40 Toyota Yaris 1,0 VVT Active Basisautokratie Roadbook 48 M ercedes-Benz GLE 350 de 4Matic Hybrid-Kultur 49 F ord Kuga EcoBlue Hybrid ST-Line X Ausnahmekönner? 50 S uzuki S-Cross 1.4 Hybrid allgrip Sanftes Update 52 V W Taigo R-Line TSI DSG Coupé Olé! New Mobility 26 MG5 Kombinationselektrowagen 30 Skoda Enyaq Coupé iV Im Trainingsanzug 32 VW ID Buzz Sympathieträger unter Strom 36 Brembo Sensify Die Zukunft bremst anders 38 Renault Megane E-Tech La vie est electrique! 16 12 22 22 30 ALL MOBILITY – automagazin.at 02|2022 4
EDI TORIAL Internationale Fachleute aus dem Biokraftstoffsektor, der Mineralöl-, Automobil- und Chemie-Industrie, informierten kürzlich über die Möglichkeiten der Verkehrswende mit Hilfe CO2-armer Mobilität. Im Mittelpunkt standen die neuesten Technologien und Maßnahmen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor, bei der man die komplette Bandbreite erneuerbarer Kraftstoffe aufzeigte, also von Biokraftstoffen über E-Fuels bis hin zu Wasserstoff – immer verbunden mit einem Grundtenor: Ein Verbot für Verbrennungsmotoren bringt nicht nur den Straßenverkehr auf den Holzweg. Nachhaltige Biokraftstoffe stellten schon 2020 mit mehr als 13 Millionen Tonnen vermiedenen CO2-Emissionen den weit überwiegenden Anteil der Treibhausgasminderung im Verkehr dar. Sie werden auf absehbare Zeit für den Fahrzeugbestand unverzichtbar sein. Biokraftstoffe sind vorhanden, erprobt und somit das effizienteste und schnellste Instrument für eine Treibhausgasminderung, ohne dabei die Mobilitätsbedürfnisse von Bürgern und Wirtschaft einzuschränken. Ein reiner „All-Electric“-Ansatz wird ohne Zweifel negative Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben und forciert – anstelle der fossilen – schließlich eine strombasierte Abhängigkeit. Bereits jetzt ist absehbar, dass selbst bei Erfüllung der ehrgeizigen Elektromobilitätsziele bis zum Jahr 2030 der weitaus größere Teil der Fahrzeugflotte auch dann noch mit Verbrennungsmotoren unterwegs sein wird. Nachhaltige Kraftstoffe stehen bereits für ihren Einsatz bereit. Ein Konkurrenzkampf zwischen E-Fuels und Biokraftstoffen ist jedoch wenig zielführend. Beide Technologien müssen weiter gefördert und genutzt werden, jede besitze eigene Stärken. Als Konsens muss eine nachhaltige Mobilität sowohl durch den Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Mobilität, als auch durch die Bereitstellung von nachhaltigen Biokraftstoffen und E-Fuels einfacher und nutzerfreundlicher gestaltet werden. PS: Gerade die aktuelle Situation führt uns leider drastisch vor Augen, wie problematisch Abhängigkeiten sein können – vor allem dann, wenn Diktatoren und fragwürdige Regime die Profiteure solcher Geschäftsbeziehungen sind. Das könnte – zumindest teilweise – durch Technologieoffenheit und die Anwendung verschiedenster Energieträger für unsere Mobilität vermieden werden. Technologieoffenheit muss sein Karl Hartner Keine Verkehrswende Ohne E-Fuels ALL MOBILITY – automagazin.at 02|2022 5
NEWS Update für den Erfolgstypen VW T-Roc Nur Kenner werden das geliftete Modell von der bisher gebauten Version unterscheiden können, die stilistischen Änderungen halten sich in Grenzen. Am deutlichsten wird der neue Look, wenn die hervorragenden Matrix-Scheinwerfer verbaut sind, welche stets durch ein horizontales Leuchtband verbunden sind. Es liegt ungefähr dort, wo bei einigen VW-Modellen der frühen 70er-Jahre eine breite Chromleiste saß – Licht ist das neue Chrom. Eine Palette neuer und interessanter Farben rundet das leicht modifizierte Exterieur ab. Sorgsam verfeinerter Stil? Gravierender sind die Unterschiede im Interieur. Es gibt einen neuen, großen Zentralbildschirm, über den die Telematik-Funktionen gesteuert werden können, und digitale Instrumente sind nun serienmäßig. Die neuen Elemente sind aber nicht unbedingt ein Fortschritt. Tatsächlich gefallen uns die billigeren Einstiegsvarianten besser, denn hier gibt es vorbildliche Drehschalter für die Klimatisierung, und das MultifunktionsLenkrad verfügt über haptisch angenehme Tasten. In den gehobenen Varianten weichen diese eigentlich perfekten Bauteile einer Klimaautomatik mit fummeligen Tastflächen, auf denen man mit dem Finger streichen muss und selten sofort die gewünschte Zieltemperatur erreicht. Der Pressetext spricht von einem „sorgsam verfeinerten Stil“. Die Armaturentafel ist jetzt unterschäumt. Leider sind Im Vorjahr wurde er angekündigt, jetzt sind wir ihn gefahren: Der geliftete T-Roc, von dem in den ersten vier Jahren mehr als eine Million Einheiten verkauft wurden, bringt stilistische Änderungen und eine neue Generation von Assistenzsystemen. ALL MOBILITY – automagazin.at 02|2022 6
VW T-ROC auch die Ziernähte an der Oberkante eingeschäumt statt aufgenäht, und die einst so farbenfrohen Blenden, die es im T-Roc gab, sind ersatzlos entfallen. Viel Platz, viel Reichweite Ansonsten lässt sich am Interieur nichts aussetzen, im Gegenteil: Die Sitzposition ist hervorragend, die Sitze sind komfortabel-straff und für Langstrecken bestens geeignet. Auch hinten ist viel Platz, der Kofferraum ist geräumig und variabel, es gibt keine Batterie, die hineinragt und das nutzbare Volumen schmälert. Tatsächlich verzichtet der T-Roc auf jede Form der Elektrifizierung und ist damit für entspanntes und effizientes Reisen ohne Ladestopps prädestiniert. Die von uns gefahrene 2,0-Liter-Version mit Allradantrieb, 140 kW/190 PS und Siebengang-Doppelkupplungs-Automatik gefällt mit spontanem und linearem Ansprechverhalten und akustischer Zurückhaltung. Preise & Leistungen Der Spurt von 0 auf 100 km/h dauert nur 6,8 Sekunden, die Spitze von 218 km/h dokumentiert allerdings die aerodynamischen Herausforderungen einer SUV-Karosserie. Mit einem Durchschnittsverbrauch von 6,3 Litern pro 100 Kilometer ist der allradgetriebene 190-PS-T-Roc sparsam. Der Diesel kann es allerdings noch besser: Die 2,0-LiterTDI-Version braucht nur 4,6 Liter pro 100 Kilometer, ohne Allradantrieb sogar nur 4,2 Liter. Damit kommt er pro Tankfüllung ohne besondere Zurückhaltung rund 1.200 Kilometer weit! Empfehlenswert sind aber auch die Einstiegsmotoren mit weniger Leistung; sie drücken den Einstandspreis auf € 27.190,-. Die Cabrioversion startet bei € 35.090,-. Es spricht für VW, dass es den T-Roc weiterhin als Cabriolet und natürlich auch als R-Version gibt. Mit diesen Modellen decken die Wolfsburger wichtige Nischen im Markt ab: Das Cabriolet ist das einzige offene SUV, es profiliert sich mit großem Platzangebot und einem perfekten Dachkonzept. Und der T-Roc R liefert mit glatten 300 PS Fahrleistungen auf Sportwagen-Niveau. jm ALL MOBILITY – automagazin.at 02|2022 7
NEWS Wer an Dacia denkt, meint Kleinwagen. Der allerkleinste debütierte erst vor wenigen Monaten, noch dazu ist der Spring das erste rein elektrische Modell der rumänischen Renault-Tochter und gleichzeitig das günstigste BEV-Modell in vielen Märkten – das Ende 2021 von der paneuropäischen „Autobest“-Jury als Sieger im Preis-Leistungsvergleich gekürt wurde. Erst seit 2004 ist Dacia gesamteuropäisch präsent und konnte seither 7,5 Millionen Fahrzeuge in 44 Ländern verkaufen. Doch jetzt will Dacia mehr. „Mit dem Jogger, dem ersten Siebensitzer, treten wir in den Markt der Kompakten ein, der auch in nächster Zeit das dominierende Segment bleiben wird“, erklärt Pressesprecher Christophe Lavauzelle bei der Präsentation an der Cote d’Azur. C-Segment? Nun, das ist die bei uns landläufig bekannte „Golf-Klasse“, und dort ist die Luft angesichts der massiven Konkurrenz dünn. Doch auch im Neuland will Dacia mit seinem ersten 4,5-Meter-Modell den Erfolgslauf fortsetzen – mit Fokus auf Privatkundschaft, ganz wie bisher. Denn da ist die Kleinwagenmarke Dacia ein „Big Player“. Mit 6,2 Prozent Marktanteil erreichte man 2021 eine Bestmarke und nach eigener Angabe Platz drei im Markenranking eben bei europäischen Privatkäufern. Und jetzt der Jogger, ab März bei den Händlern. Nicht nur in der Zentrale, auch in Österreich, löst er große Vorfreude aus. „An den Reaktionen von Händlern und Kunden sehen wir, dass er ein Erfolg wird. Damit könnten wir unsere Top-Drei-Position vielleicht sogar noch weiter steigern“, glaubt Österreich-Geschäftsführer Thilo Schmidt. Und worin begründet sich der Optimismus? Wahrscheinlich auch im Zeitgeist, denn der innen besonders variable Fünf- oder Siebensitzer tritt zwar im SUV-Look auf, ist aber kein solcher – nicht nur wegen des fehlenden Allradantriebs. „Den gibt es bei uns im Duster“, sagt Sprecher Darf’s a bisserl mehr sein? Dacia Jogger Die starke Position auf dem Privatkundenmarkt auch im zweiten Pandemiejahr lässt Dacias Manager optimistisch vorausblicken. Noch dazu, wo man jetzt mit dem Jogger in ein neues Segment eintritt. ALL MOBILITY – automagazin.at 02|2022 8
DACIA JOGGER Lavauzelle. Der Jogger bedient sich der neuen Allianz-Plattform (CMF-B) wie z. B. auch der Renault Clio, erreicht aber dennoch C-Segment-Maße mit 4.547 mm Länge und 2.897 mm Radstand, bleibt dabei aber mit 1200 Kilo gleichzeitig ein Leichtgewicht. Die Zielgruppe sind eindeutig Familien, welche der Mix aus MPV, Kombi und SUV optisch und auch funktional ansprechen soll. Die ersten Fahreindrücke mit dem Dreizylinder-Benziner mit manueller Sechsgangschaltung waren durchaus positiv. Ausreichende Fahrleistungen, gutes Handling und in der besten der drei Ausstattungen ein durchaus gefälliges Ambiente im Cockpit. Betont werden von den Dacia-Managern die dutzenden Variationen des Siebensitzers (zweite und dritte Reihe etwas erhöht) durch umlegbare, aber auch herausnehmbare Sitze, die somit individuelle Laderäume ermöglichen. Im Design sticht an der Front die neue Y-Lichtsignatur ins Auge, während die Heckleuchten sehr nach Volvo-Kopie ausschauen. Die Erklärung der vertikalen Linie wird mit der großen Heckklappe gegeben, die genauso den Praxisnutzen erhöhen soll wie die variable, patentierte Dachreling (bis zu 80 Kilo Last). Je nach Ausstattung gibt es drei Multimedia-Angebote: Media Control (direkte Smartphone-Integration auf dem Bildschirm, zwei Lautsprecher, Bluetooth, USB, 3,5-Zoll-Monitor) für „Essential“, Media Display (Acht-Zoll-Monitor und vier Lausprecher, kompatibel für Android Auto und Apple Car Play) für „Comfort“ und schließlich Media Nav (SmartphoneAnbindung kabellos, integriertes Navi, sechs Lautsprecher) für die Topversion „Extreme“. Im Sicherheitsbereich sind Notbremsassistent (Frontradar), Totwinkelwarner, Einparksensoren und Berganfahrhilfe verfügbar. Motorisch bleibt es bei uns beim neuen 110-PS-TCe-Benziner mit Sechsgangschaltung, einem Einliter-Dreizylinder mit Direkteinspritzung und Alublock, der bis zu 200 Newtonmeter Drehmoment bereitstellt (5,7 Liter Durchschnittsverbrauch, 130 Gramm CO2). Die in einigen Ländern angebotene bivalente Version mit Benzin und Flüssiggas (LPG) wird es in Österreich nicht geben, 2023 wird allerdings ein Hybrid nachgereicht. Die Preise des Jogger (Siebensitzer jeweils plus € 800): Essential ab € 14.990,-, Comfort ab € 16.890,- und Extreme ab € 17.890,-. gk „An den Reaktionen von Händlern und Kunden sehen wir, dass er ein Erfolg wird. Damit könnten wir unsere Top-Drei-Position vielleicht sogar noch weiter steigern.“ Thilo Schmidt, Österreich-Geschäftsführer, Dacia Die CMF-B Plattform ermöglicht großen Radstand bei geringem Gewicht Gefälliges Ambiente inklusive Multimedia-Angebot im Innenraum ALL MOBILITY – automagazin.at 02|2022 9
NEWS Renault Austral Nouvelle Wagen Mit dem Kadjar hat Renault im wichtigen C-Segment einen soliden Mitbewerber – dank dem Nachfolgemodell Austral soll jetzt aber der Turbo zünden, die Rückeroberung von Marktanteilen steht am Plan. Das könnte gelingen, wie ein erstes Kennenlernen zeigt. Ganze 43 Prozent macht das C-Segments innert des europäischen Gesamtmarktes aus, der SUV-Anteil wächst überproportional. Und in Zeiten von explodierenden Spritpreisen scheint es angebracht, das Feld der Kompakten im Auge zu behalten – eine Rückbesinnung auf (verhältnismäßig) kleine, spritsparende und vor allem leistbare Fahrzeuge scheint gut möglich. Renault hat sich vorgenommen, ebendort ein Comeback zu schaffen. Mit Schlagwörtern wie „Renaulution“ und der Ankündigung der „Nouvelle Vague für das C-Segment“ unterstreichen die Franzosen diesen Anspruch. Der Renault Austral, welcher noch dieses Jahr den Kadjar beerbt, könnte das auch schaffen, wie ein erstes (statisches) Kennenlernen zeigt. Der Midsize-SUV kommt ausschließlich als Benziner-Hybrid, die Mild- bzw. Vollhybrid-Antriebsstränge werden 130 bis 160 PS leisten, das Topmodell (mit 400-Volt-System und 1,7 kWh großer Batterie, die stetig vom Verbrenner geladen wird) bekommt später auch noch eine 200-PS-Leistungsstufe. Die Verbrauchswerte sollen zwischen 4,6 und 5,3 Liter pro 100 Kilometer pendeln. Kein Diesel, dafür schließen die Renault-Ingenieure Allrad nicht gänzlich aus, wenngleich dies bloß per E-Motor an der Hinterachse realisierbar wäre. Was ziehen wird: Sein fescher, qualitativ hochwertiger Auftritt. Ein cooler Innenraum mit klasse Sitzen, geschmackvolle Stoffe und Farben, tadellose Materialien. Das Onboard-System ist das gleiche wie im Megane E-Tech, also auf Android- und Google-Basis, es setzt derzeit – nicht nur in dieser Klasse – Maßstäbe. Auf Wunsch gibt’s von Allradlenkung (nur 10,1 Meter Wendekreis!) über Matrix-LED Oberklasse-Technik, die Sicherheitsausstattung ist sowieso up-to-date – und für die Stylisten unter der Kundschaft kommt gleich zu Beginn ein äußerst sportliches Alpine-Sondermodell. Natürlich wird er auch mit Praktikabilität & Platzangebot punkten: 500 Liter Kofferraum, auf der Rücksitzbank geht’s geräumig zu. Wir sind auf die erste Ausfahrt gespannt! mw Datencheck Renault Austral Modelle & Motore Vier Ausstattungslinien (zwei davon auch mit exklusivem „Alpine“ Paket): Equilibre, Evolution, Techno (Techno Esprit Alpine) und Iconic (Iconic Esprit Alpine). Motoren: Ein „Mild Hybrid“ 12V mit 140 oder 160 PS, ein „Mild Hybrid Advanced“ 48 V mit 130 PS sowie der „E-TECH Hybrid“ 400V mit 160 oder 200 PS. Genaue technische Daten und Preise folgen später. Plus: Performance, E-Reichweite Minus: Schnellladebuchse nicht zu öffnen 10 ALL MOBILITY – automagazin.at 02|2022
www.volkswagen.at Ihr neuer Multivan ist nicht nur besonders komfortabel und vernetzt - sondern auch besonders sicher. Mehr als 20 neue Assistenz- und Sicherheitssysteme machen das Reisen – egal ob in der Freizeit oder beruflich – für Sie als Fahrer und für Ihre Gäste zum Vergnügen. On Top ist für Unternehmer der Vorsteuerabzug möglich und als Dienstwagen mit dem neuen eHybrid-Antrieb besonders günstig! Aus Allrounder wird Vorreiter Kraftstoffverbrauch 1,7 – 9,8 l/100 km. Stromverbrauch 16,9 – 18 kWh/100 km. CO2-Emission 38 – 221 g/km. Symbolfoto. #allnewMultivan Willkommen in einer neuen Welt Jetzt alle Antriebsvarianten bestellbar
Auch wenn die Verkaufszahlen in der einst so wichtigen Kompaktklasse unter dem Druck des SUV-Booms stetig zurückgehen, merkt man sofort, dass Opels hauseigener Klassiker einen besonderen Stellenwert besitzt. Trotz bestem Einvernehmen mit dem Mutterkonzern Stellantis wird betont, dass die Hauptentwicklungsarbeit, die Konzeption und auch die Produktion am Opel-Stammsitz in Rüsselsheim erfolgen. Mutiges neues Opel-Design Als allererstes springt das mutige Design des neuen Astra ins Auge. „Bold & Pure“ sagen die Designer zu ihrem Zugang, „gelungen“ sagen wir. Nicht nur die Fahrzeug-Front gefällt: der Astra wirkt wie aus einem Guss, kantig, dynamisch, selbstbewusst, trotzdem harmonisch. Es gibt grundsätzlich vier Ausstattungslinien (Edition, Elegance, GS-Line, Ultimate) und neben hocheffizienten Benzin- oder Dieselmotoren ist erstmals auch ein PlugIn-Hybrid lieferbar. Elektrische Zukunft CEO Uwe Hochgeschurtz, seit September 2021 Opel-Kapitän, lässt im Gespräch keine Zweifel aufkommen: Der jetzt vorgestellte Astra wird definitiv die letzte Kompaktklassen-Generation von Opel sein, die noch mit Verbrenner antritt. Hocheffiziente Ottomotoren und Selbstzünder sind es: zwei turboaufgeladene Direkteinspritzer-Benziner (110 PS bzw. 130 PS, beide mit Sechsgang-Schaltung, letzterer auch mit 8-Stufen-Automatik), sowie ein 1,5-Liter-Diesel mit 130 PS, der mit beiden Getriebevarianten erhältlich ist. Den vorläufigen Höhepunkt markiert erstmals ein Plug-In-Hybrid, dank Kombination aus 1,6-Liter-Turbobenziner und Elektromotor bietet er 180 PS Systemleistung. Der 12,4 kWh große Akku, sorgt für bis zu 60 km rein elektrische Reichweite, geladen wird mit 3,7 kW Onboard-Charger. Interessant dabei: Über die Fahrmodus-Taste NEWS Potzblitz! Opel Astra Die 12. Generation der Opel Kompaktklasse rollt im Frühjahr zu den Händlern. Mit völlig überarbeiteter Architektur, aufregendem Design und zeitgemäßer Technik ist es der Beste, den Opel von seinem Klassiker in 86 Jahren auf die Räder gestellt hat. Ab 2023 dann sogar vollelektrisch. ALL MOBILITY – automagazin.at 02|2022 12
kann man vollelektrisches Fahren bis 135 km/h erzwingen. Etwas später folgt ein noch stärkerer Plug-In-Hybrid (225 PS), ab 2023 ist Opels Kompaktklasse dann auch vollelektrisch verfügbar. Opels Großangriff Der erste Eindruck: Keine Evolution, sondern Revolution. Wo Opel in der Historie manchmal die letzte Konsequenz vermissen ließ, greift man nun in die Vollen: Egal ob mit dem feschen „Pure Panel“ Armaturenbrett, das zwei Widescreen-Displays – optional auch hinter Vollglas – vereint, ob mit praktischer Bedienkombination aus Direktschaltern und Touch-Tasten, ob mit konsequenter Geräuschdämmung, oder mit ergonomisch perfekten Sitzen. Dazu kommt ein serienmäßig umfangreiches Sicherheits-Paket und viele in dieser Klasse nicht selbstverständlich oder bislang gar nicht verfügbare Extras wie 360-Grad-Kamera, LED-Pixellicht (KompaktklassenPremiere!) oder Head-Up-Display. Einzig die Grafik der beiden großen Displays ist etwas zu bemüht „anders“, die Ablesbarkeit leidet darunter ein wenig. Im Fahrbetrieb wirkt das Auto unheimlich solide, federt souverän und gibt bei Bedarf sogar den willigen Kurvenräuber. Die Ergonomie ist dabei ebenso tadellos wie das Platzangebot. Sowohl der 130 PS Benziner, als auch der ebenso starke Diesel sind durchzugsstark, das handgeschaltete Getriebe agiert geschmeidig, die Acht-Stufen-Automatik wechselt die Fahrstufen seidenweich. Dass der Diesel dabei etwas brummelig agiert und eine leicht antiquierte Geräuschkulisse schafft, ist wohl dem bereits eingeläuteten Ende der Verbrenner-Ära geschuldet – die großen Investitionen passieren mittlerweile andernorts. Der Einstieg in Opels Kompaktklasse erfolgt zu attraktiven Preisen: Ab € 22.179,- ist der Fünftürer mit 110 PS Ottomotor zu haben. mw ”Der jetzt vorgestellte Astra wird definitiv die letzte Kompaktklassen-Generation von Opel sein, die noch mit Verbrenner antritt.“ Opel CEO Uwe Hochgeschurtz OPEL ASTRA Datencheck Benzin Motor/Getriebe Leistung Verbrauch/CO2 Preis 1.2 Turbo, 6-Gang Schalter 81 kW (110 PS) 5,4-5,5 (123-126) ab € 22.179,- 1.2 Turbo, 6-Gang Schalter 96 kW (130 PS) 5,4-5,7 (123-129) ab € 24.859,- 1.2 Turbo, 8-Gang Automatik 96 kW (130 PS) 5,6-5,8 (126-131) ab € 28.479,- Diesel Motor/Getriebe Leistung Verbrauch/CO2 Preis 1.5 CDTI, 6-Gang Schalter 96 kW (130 PS) 4,3-4,5 (113-119) ab € 27.599,- 1.5 CDTI, 8-Gang Automatik 96 kW (130 PS) 4,5-4,6 (117-122) ab € 31.059,- Hybrid Motor/Getriebe Leistung Verbrauch/CO2 Preis 1.6 Turbo, 8-Gang Automatik 133 kW (180 PS) 1,0-1,1 (22-26) ab € 34.990,- Gelungenes Cockpit, sogar mit echten Knöpfen! Plug-In-Hybrid mit bis zu 60 km Elektro-Reichweite ALL MOBILITY – automagazin.at 02|2022 13
BÜCHER Die große Freiheit mit 27 PS Nachschlagewerk für M-Freaks Bücher Motorenentwicklung für Technikfreaks G-Lader, Direkteinspritzer, VR- und W-Motoren? Sie wissen Bescheid? Tief in die Materie der Motorenentwicklung steigt das Buch „High-Tech Motoren von Volkswagen“ – ja, ohne zweiten Bindestrich – ein. Es darf gewissermaßen als Fortsetzung der vor zwei Jahren erschienen Geschichte über den großen Sprung vom luftgekühlten Boxer beim Käfer zum Vier-Zylinder-Reihenmotor beim Golf verstanden werden. Das Buch hat 240 Seiten mit 300 Abbildungen und kostet 29,90 Euro. Mit 27 PS ist bei Motorrädern heute kein Staat mehr zu machen. Eine Ausnahme wie die Royal Enfield Himalayan bestätigt die Regel. In den 1970er- und 1980er-Jahren waren damit aber Heerscharen von Bikern im Urlaub Richtung Nordkap oder Marokko unterwegs, oder genossen einfach nur so die große Freiheit auf zwei Rädern. Die 27 PS-Motorräder der 70er und 80er“ von Joachim Kuch ist im Motorbuch-Verlag Stuttgart erschienen. Das Buch hat 96 Seiten mit über 140 Abbildungen und kostet 14,95 Euro. Für M-Fans ist die deutsche Übersetzung von „BMW M3 & M4 – The complete history of these ultimate driving machines“ ein willkommenes Nachschlagewerk. Der hochwertige Druck mit zahlreichen Farbfotografien holt Freunde der schnellen BMWs emotional auch per Layout und Schriftsatz ab. Es gibt einen guten Überblick, manchmal fehlt es aber ein wenig an Tiefe für den eingefleischten Fan. „BMW M3 & M4 – Entwicklung, Technik, Design“ von Graham Robson ist im Heel-Verlag erschienen, umfasst 256 Seiten mit 320 Abbildungen und kostet 49,95 Euro. Unter dem Titel „Panamera Moment“ ist im Delius Klasing Verlag ein Bildband über den neuen Porsche Panamera erschienen. Der Text stammt von den Journalisten Elmar Brümmer und Reiner Schloz. Die Bilder lieferte der bekannte Automobil-Fotografen Frank M. Orel ab. Der Bildband zur vierten Porsche-Baureihe ist ab sofort für 49,90 Euro im Buchhandel (ISBN 978-3-7688-2654-9) erhältlich. Panamera Moment ALL MOBILITY – automagazin.at 02|2022 14
JAHRE GARANTIE1 5 Verbrauch: 6,5-7,1 l/100 km. CO2-Emission: 146-160 g/km. Stand 02/2022. Symbolfoto. 1CUPRA Garantie von 5 Jahren bzw. 100.000 km Laufleistung, je nachdem, was früher eintritt. 2Unverbindl. empf., nicht kart. Richtpreis inkl. MwSt. und NoVA. Erhält. solange der Vorrat reicht. DER CUPRA FORMENTOR ALPHA. AB € 31.990,–2 NUR ONLINE RESERVIERBAR UNTER: CUPRAOFFICIAL.AT/RESERVIEREN
Götterdämmerung Audi RS3 vs. Cupra Formentor VZ5 INTENSIV-TEST Es gibt nur wenige Serienmotoren, die von einem ähnlichen Mythos umfangen sind, wie das legendäre Fünfzylinder-Triebwerk von Audi. Zahllose Geschichten und G’schicht’ln, Rennsport-Triumphe und Heldensagen ranken sich um den „Fünfender“. Umso schöner, dass dieser Motor trotz Downsizing- und Elektrifizierungseifer bis heute erhalten geblieben ist – und in zwei so attraktiven Fahrzeugen wie Audi RS3 und Cupra Formentor VZ5 verbaut wird. Zum standesgemäßen Intensiv-Test durften dann auch nur echte Kenner der Materie ran: Die Rallye-Legenden Walter Röhrl und Rudi Stohl! ALL MOBILITY – automagazin.at 02|2022 16
AUDI RS3 VS. CUPRA FORMENTOR VZ5 Im Jahre 1999 brachte Audi mit dem S3 seinen ersten „Hot Hatch“ auf den Markt, doch irgendwann war den Ingolstädtern das nicht mehr genug. Es musste die nächste Eskalationsstufe her, und so wurde der Audi RS3 erdacht, der 2011 debütierte und sofort eine eingefleischte Fangemeinde fand. Hauptgrund dafür war wohl der legendäre Reihenfünfzylinder, den die Audi-Ingenieure als besonderes „Zuckerl“ in ihren stärksten C-Segment-Mitbewerber verbauten. 340 PS aus klassischen 2,5 Litern Hubraum standen zur Verfügung. Exakt 20 Jahre später, im Jahr 2021, erschien dann die bereits dritte Generation des RS3 mit mittlerweile 400 PS. Das Cupra-Wunder Audi hatte all die Jahre penibel darauf geachtet, dass sich diverse Konzernbrüder und -schwestern nicht mit fremden (Audi-)Federn schmücken konnten. Der Fünfzylinder wurde gehütet wie der sprichwörtliche Augapfel, und nach Ferdinand Piechs Tod war auch die letzte Gefahr gebannt, nämlich die Preziose an VW zu verlieren, wo dieser im VW Golf „R400“ in den Jagdgründen des RS3 gewildert hätte. Umso ungläubiger das Staunen, als die noch in den ALL MOBILITY – automagazin.at 02|2022 17
Audi 5-Zylinder Die Legende besagt, dass der AudiFünfzylinder aus einer Not heraus geboren wurde: Im Jahre 1976 suchte man in Ingolstadt händeringend nach einem Aggregat, das den alten Vierzylinder im Audi 100 ersetzen könnte, um im direkten Duell mit den Sechszylindern des deutschen Mitbewerbs von BMW und Mercedes nicht ins Hintertreffen zu geraten. Doch im Motorraum des frontgetriebenen „Typ 43“ war zu wenig Platz, außerdem hätte sich das Mehrgewicht negativ auf das Fahrverhalten ausgewirkt. Die pragmatische Lösung war ein Kompromiss: Der konzerneigene Vierzylinder bekam kurzerhand einen fünften Topf verpasst, fertig war der Fünfzylinder, der danach quer durch die Modellpalette von Audi zum Einsatz kam. Dank kürzerem Zündintervall und eigentümlicher Zündreihenfolge (12-4-5-3) bot der Motor eine besonders gleichmäßige, geschmeidige Kraftentfaltung über einen großen Drehzahlbereich, sowie einen unverwechselbaren, kernigen Klag, was in rasch äußerst beliebt werden ließ. Endgültig zur Legende wurde das Triebwerk dank seiner Verwendung im Motorsport, wo er unter anderem die berühmtberüchtigte Gruppe-B-Ära im Audi S1 mitprägte und danach im nicht minder legendären Audi 80 IMSA GTO bei über 700 PS Dauerleistung am Zenit seiner Kräfte angelangt war. Walter Röhrl beschreibt das Besondere dieses Motors so: „Erstens der Sound, der ist unverkennbar und geht durch und durch. Aber vor allem hast du nie das Gefühl, dass du diesen Motor quälen könntest. Es ist immer Druck da, es wird nie knapp, der steckt alles weg. Der Motor ist etwas ganz Besonderes und er macht mir noch immer große Freude.“ INTENSIV-TEST Kinderschuhen steckende, wenngleich äußerst erfolgreiche, Konzernschwester Cupra verkündete, den Reihenfünfer im SUV-Hatchback-Crossover Formentor verbauen zu wollen. Man darf das Kind ruhig beim Namen nennen: Ein Geniestreich von Cupra-Boss Wayne Griffith, der offenbar seine ehemaligen Kollegen bei Audi breit genug geschlagen hatte, dass diese ihm den Motor für eine limitierte Serie zu überlassen. Walter & Rudi Nun standen sie also da, die beiden grundverschiedenen und doch irgendwie ähnlichen Helden dieser Saga. Als Ring dient in diesem Fall der Handling-Kurs des ÖAMTC Fahrtechnikzentrums Teesdorf, als Piloten hatten sich äußerst reale Helden der gepflegten Querbeschleunigung angesagt. Die beiden Rallye-Legenden Walter Röhrl und Rudi Stohl gaben sich die Ehre, was wiederum eine äußerst große Ehre für unser Medium darstellt. Der eine zweifacher Rallye-Weltmeister und RundstreckenChampion, der andere Vize-Weltmeister und Rekord-Teilnehmer der Safari-Rallye. Beide absolute Meister ihres Faches, viel wichtiger aber: die ehrlichsten, direktesten und unbestechlichsten Männer ihrer Zunft. Was wiegt, das hat’s, davon können Hersteller, Fahrerkollegen und Journalisten Geschichten erzählen, die Bücher füllen. Dementsprechend haben wir schweigenddemütig die Schlüssel von RS3 und Formentor VZ5 übergeben, die honorigen Helden auf den Ring der Teesdorfer geschickt, und dann unter Reifenqualm, Bremsengestank, kernigem BegrenzerStakkato und Lastwechsel-Flimmern ausgeharrt, um in der Dämmerung deren Verdikt in unsere Notizbücher zu kalligraphieren. mw ALL MOBILITY – automagazin.at 02|2022 18
AUDI RS3 VS. CUPRA FORMENTOR VZ5 Röhrl & Stohl zum Audi RS3: “Kompromisslos gut, kompromisslos teuer“ Der Audi kommt zuerst dran. Aber nicht etwa, weil da persönliche Vorlieben im Spiel wären. Vielleicht ist es die schreiende Farbe (Tango-Rot metallic, schlanke € 1.030,40 Aufpreis), die anziehend wirkt. Als „Sleeper Car“ eignet sich der RS3 dermaßen nicht mehr, dafür bräuchte es gedecktere Farben. So schreit er die Kraft schon im Stehen hinaus, mit dem riesenhaften Kühlergrill-Maul und den weit von sich gestreckten Vieren, die unter muskulösen Radhäusern ihren Gummi in den Asphalt schweißen. Sportlicher geht nimmer Sportlicher geht Kompaktklasse jedenfalls nicht mehr. Die entsprechenden Talente lauern überall. Innen tolle Sitze, Benchmark-Qualität beim Interieur. Röhrl merkt an. „Da wollen die anderen Hersteller hin, wo Audi in Sachen Innenraum ist“. Stimmt, hat aber auch seinen Preis. Der RS3 ist – im Falle unseres Testfahrzeugs – schlicht unanständig teuer, nämlich sechsstellig: € 101.032,80. Das ist aber noch nicht das Ende der Fahnenstange, fehlen doch beispielsweise Premium-Soundsystem, Schiebedach, adaptiver Fahrassistent oder elektrische Sitzverstellung. Sogar die Sitzheizung vorne oder die elektrischen Außenspiegel müssen erkauft werden. Vortrieb Ende nie Es tröstet das einhellige Verdikt der Rallye-Helden: Unter den Ultimativ-Kompaktsportlern ist der RS3 König: vom klitzekleinen Turboloch aus engen Ecken abgesehen ist er ein wenig tiefer und kompakter als der Cupra, daher den Extra-Tick exakter, die Bremse beißt am Limit besser zu, oben hinaus endet der nie enden wollende Schub noch später (oder nie, so lange sind die Geraden in Teesdorf nicht), und man hat das Gefühl, dass man noch ein bisschen mehr Gefühl hat. Sprich, die Lenkung überträgt jede noch so kleine Lenkbewegung und jede noch so kleine Fahrbahneigenheit in die jeweils andere Richtung ohne jegliche Verfälschung. Traktion ist sowieso endlos vorhanden, kein Schlupf, kein Zucken, kein Zaudern, kein Zögern. Nicht einmal ein großer Drifter ist er, weil er so effizient für Vortrieb sorgt. „Kompromissloser“ und „schwindelerregend schnell“ sind die Schlagwörter, die Walter und Rudi einen. Das gilt halt leider auch für den Preis, der so inakzeptabel ist, wie das Auto geil. Datencheck Audi RS3 Motor, Antrieb Fünfzylinder-Turbo-Benziner, 2.480 ccm, 294 kW/400 PS bei 5.600-7.000 U/min, 500 Nm bei 2.250-5.600 U/min, 7-Stufen-DSG-Getriebe, Allradantrieb Maße, Gewichte und Ladevolumen LxBxH (mm) 4.389/1.984/1.436 Leer Gew./Zul. Ges. Gew. (kg) 1.560/2.075 Anhängelast ungebr./gebr. (kg) Tankinhalt (l) 55 Beschleunigung, Spitze, Elastizität 0-100 km/h (s) 3,8 Spitze (km/h) 250 (abgeregelt) 60-100 km/h (s) 3,9 80-120 km/h (s) 4,8 Verbrauch (l/100 km) Normverbrauch WLTP 8,8-8,3 Testverbrauch 9,8 CO2-Emission (g/km) 201-190 (WLTP) Preis € 101.032,80 Plus: Präzision und Potential in Fahrwerk und Chassis, Sahnestück Motor Minus: Preis, Ausstattungspolitik ALL MOBILITY – automagazin.at 02|2022 19
INTENSIV-TEST Da glaubst Du, der RS3 ist böse – und dann steht der Cupra Formentor VZ5 da. „Die Designer haben sich schon etwas getraut“, sind sich Röhrl und Stohl einig. Die dezente graue Farbe erfüllt ihre Wirkung, man fällt trotz böserem Design weniger auf als mit den knallroten Audi. Gute Qualität im Innenraum, die Sitze sind sogar ähnlich fein wie im RS3. Selbiges gilt auch für die Lenkung, die im Fahrbetrieb nichts an Exaktheit vermissen lässt, ebenso wie das tolle Doppelkupplungsgetriebe (DSG). Und sogar der anfängliche Punch ist jenem im RS3 ebenbürtig, aus engen Ecken heraus sogar eine Spur besser. Vielleicht ist das den zehn Anstands-PS geschuldet, auf die Seat verzichten musste, um die konzerninterne Hackordnung nicht vollends über den Haufen zu werfen. Mehr Bewegung bitte! Röhrl: „Von so einem Fahrverhalten hätte man vor 15 oder 20 Jahren bei jedem Sportwagen geträumt. Und trotzdem ist es jederzeit zumutbar, dass du das als Familienkutsche verwendest.“ Freilich, das Plus an Bodenfreiheit fordert einen (winzigen) Tribut. Der Cupra hat etwas mehr DriftTendenz, er bewegt sich mehr, und wenn er ausfedert, verspürt man im Ansatz ganz kurz ganz leichten Schlupf am entlasteten Rad. Dennoch: „Der Formentor VZ5 ist ein perfektes Familienauto mit den Genen eines echten Sportwagens“, ist Rudi Stohl überzeugt. Reine Geschmackssache Walter Röhrl: „Die Luft für den klassischen Sportwagen wird immer dünner, das zeigen solche Autos ganz eindrücklich. Warum soll ich auf Platz und Komfort verzichten, wenn ich mit so einem Auto die gleiche Performance wie mit einem Zweisitzer erzielen kann?“ Die Frage, wer am Ende diesen Intensiv-Test gewinnt, stellt sich gar nicht. Sowohl der Audi als auch der Cupra überzeugen auf ganzer Linie. Letzterer vor allem auch durch seinen deutlich niedrigeren Preis: mit € 81.300,07 ist der Cupra Formentor VZ5 rund € 20.000,- günstiger als der Audi, da geht sich noch ein gut ausgestattetes Zweitauto aus. Und die Rundenzeiten? Walter Röhrl und Rudi Stohl rücken – wie immer – die Dinge gerade: „Der Unterschied wäre so marginal, das ist völlig unerheblich. Was man letztendlich kauft, ist einfach reine Geschmackssache!“ Röhrl & Stohl zum Cupra Formentor VZ5: “Familienauto und echter Sportwagen“ Datencheck Cupra Formentor VZ5 Motor, Antrieb Fünzylinder-Turbo-Benziner, 2.480 ccm, 287 kW/390 PS bei 5.700-7.000 U/min, 480 Nm bei 2.250-5.700 U/min, 7-Stufen-DSG-Getriebe, Allrad Maße, Gewichte und Ladevolumen LxBxH (mm) 4.450/1.839/1.511 Leer Gew./Zul. Ges. Gew. (kg) 1.683/2.120 Anhängelast ungebr./gebr. (kg) -/- Ladevolumen (l) 410 Tankinhalt (l) 55 Beschleunigung, Spitze, Elastizität 0-100 km/h (s) 4,2 Spitze (km/h) 250 (abgeregelt) 60-100 km/h (s) 2,1 80-120 km/h (s) 2,7 Verbrauch (l/100 km) Normverbrauch WLTP 9,3 Testverbrauch 10,1 CO2-Emission (g/km) 212 (WLTP) Preis € 81.300,07 Plus: Preis-/Leistungsverhältnis, Antrieb, Motor, Design Minus: Wenn es denn sein muss: das letzte Quäntchen Präzision ALL MOBILITY – automagazin.at 02|2022 20
*Das Unlimited Paket beinhaltet diverse Ausstattungshighlights und ist optional im neuen T-Roc mit einem Preisvorteil gegenüber der Auswahl einzelner Sonderausstattungen bestellbar. Im Paket enthaltene Ausstattungen und Preise können je nach Modellvariante bzw. Motorisierung variieren. Kraftstoffverbrauch: 4,7 – 9,4 l/100 km. CO₂-Emission: 122 – 213 g/km. Symbolfoto. Stand 03/2022. Das geschärfte SUV-Design des neuen T-Roc zeigt Charakter – und zwar Ihren. Das prägnante Exterieur unterstreicht die neue Form der Souveränität. Serienmäßig mit LED-Scheinwerfern, Multifunktionslenkrad, Digital Cockpit, Parklenkassistent u.v. m. volkswagen.at Das Unlimited Paket Viel erwarten, noch mehr bekommen Ihr Ausstattungspaket mit bis zu 40 % Preisvorteil* Jetzt Probe fahren. Der neue T-Roc
Hyundai Staria und VW T7 Captain Future trifft Captain Kirk KONZEPTVERGLEICH ALL MOBILITY – automagazin.at 02|2022 22
Es ist ein Aufeinandertreffen zweier Generationen. Der brandneue Hyundai Staria, ob seiner Optik zurecht „Captain Future“ einerseits, und der VW T7, siebente Generation und somit „Captain Kirk“ unter den Vielzweck-Kleintransportern. Ein Konzeptvergleich, der auf der Hand liegt und doch einige Überraschungen parat hält. Um die geschichtliche Komponente etwas besser greifbar zu machen: als der erste VW-Bus, der sogenannte „T1“, im Jahre 1950 im Volkswagenwerk Wolfsburg in Serienfertigung ging, sollten noch 17 Jahre vergehen, ehe in Korea die „Hyundai Motor Company“ gegründet wurde. Erst weitere 30 Jahre später lief dann mit dem Hyundai Starex/H1 der erste vergleichbare Kleintransporter vom Band. Ein nicht gerade bescheidener Erfahrungsvorsprung für VW, deren kontinuierliche Weiterentwicklung den Kleintransporter mit dem „T“ im Namen zum Platzhirsch seines Segments machen. Ist also Kirk, der alte Haudegen, von vornherein der klare Gewinner unseres Konzeptvergleichs? Ganz so eindeutig geht die Sache nicht aus, so viel sei vorweggenommen. Wobei wir uns hier nicht mit der Besprechung des jeweiligen Designs aufhalten wollen, überhaupt, nachdem der Staria in diesem Punkt gegenüber dem T7 trotz dessen kräftigen, für VW-Verhältnisse fast mutigen Facelift, in einer anderen Galaxi unterwegs ist. Innen und Raum Modern und dennoch vertraut. Der neue VW T7 bietet bekanntes VW-Feeling. Kein Wunder, wurde doch nicht nur die GolfBodengruppe, sondern auch das Cockpit in großen Teilen aus dem Konzernkollegen übernommen. Manche Details überraschen aber dennoch, etwa der leicht unpraktische (weil hinter dem Lenkrad versteckte) Wählhebel für die Fahrstufen, zwischen dem volldigitalen Instrumentendisplay und dem zentralen Touchscreen für Navigation & Co. Wer kein Freund des nicht besonders feinfühligen Spurhalteassistenten ist, wird – wie bereits im Golf – leider auch im T7 durch TouchscreenDrückerei abgelenkt, um denselben zu deaktivieren. Erfreulich hingegen, dass am Lenkrad wieder herkömmliche Knöpfe zu finden sind, welche die Bedienung enorm erleichtern. HYUNDAI STARIA UND VW T7 ALL MOBILITY – automagazin.at 02|2022 23
Die wirklich guten „ergoComfort“ Sitze für Fahrer und Beifahrer kosten Aufpreis, ebenso wie deren Lederbezug und viele andere Ausstattungsdetails, die das Autoleben angenehmer machen – ein bisschen viel des Guten, klettert doch der Testwagenpreis in schwindelerregende Höhen. Jetzt wird so mancher einwenden, dass man beispielsweise auf das „Harman Kardon“ Soundsystem oder das Panoramaglasdach gut und gerne verzichten kann. Das stimmt, und im Falle des Glasdaches würden wir sogar dringend dazu raten: dieses ist nämlich nicht durch eine Rollo beschattbar und im Sommer wohl fast gemeingefährlich. Aber abgedunkelte Scheiben ab der B-Säule oder eine elektrische Heckklappe sollten bei einem Basispreis von € 70.127,91 dann doch inkludiert sein. Das Platzangebot ist wie erwartet gut, auch die Variabilität der Einzelsitze (die Dreierbank im Heck gibt’s nicht mehr), welche zudem deutlich leichter wurden, gefällt. Toll ist die über die ganze Innenraumlänge verschiebbare, höhenverstellbare Multifunktions-Mittelkonsole, die neben Ablagen und Becherhaltern auch klappbare Tischchen enthält, allerdings ebenfalls aufpreispflichtig ist. Gänzlich andere Eindrücke sammelt man im Hyundai Staria, der als „Captain Future“ seinem Namen nicht nur in der Außenansicht gerecht wird. Auch im Innenraum überzeugt er mit moderner Coolness sowie mit seiner überkompletten, gänzlich aufpreisfreien Premium-Ausstattung. Als einzige Extras finden sich Lackierung („Shimmering Silver Metallic“) und „Designpaket Brass“ (Farbakzente für Felgen, Außenspiegel, Kühlergrill und Türgriffe) für exakt € 1.000,- extra. Die Fahrstufen werden per gut sichtbaren Tasten gewechselt, der mittige Touchscreen ist gut ablesbar, wenngleich die Bedienung „dank“ Touch-Funktion aber etwas Geschick und lange Arme erfordert. Am Lenkrad auch hier herkömmliche Knöpfe, inklusive dem Taster für den (ebenfalls wenig feinfühligen) Spurhalteassistenten. Ein wirklich tolles, nützliches Gimmick und Sicherheits-Plus sind die Abbiege-Kameras in den Außenspiegeln, deren Bild je nach Blinker-Betätigung links oder rechts im Instrumentendisplay eingeblendet wird. Datencheck Hyundai Staria Motor, Antrieb Vierzylinder-Turbo-Diesel, 2.199 ccm, 130 kW/177 PS bei 3.800 U/min, 430 Nm bei 1.500-2.500 U/min, 8-Stufen-Automatikgetriebe, Allradantrieb Maße, Gewichte und Ladevolumen LxBxH (mm) 5.253/1.997/1.990 Leer Gew./Zul. Ges. Gew. (kg) 2.438/3.030 Anhängelast ungebr./gebr. (kg) 750/1.500 Ladevolumen (l) 431 Tankinhalt (l) 75 Beschleunigung, Spitze, Elastizität 0-100 km/h (s) 13,2 Spitze (km/h) 180 60-100 km/h (s) 8,2 80-120 km/h (s) 9,9 Verbrauch (l/100 km) Normverbrauch WLTP 8,5-8,9 Testverbrauch 10,0 CO2-Emission (g/km) 222-232 (WLTP) Preis € 69.490,- Plus: Ausstattung, Platz, Optik, Preis Minus: Leistung, Zentraldisplay schwer zu erreichen ”Der Hyundai Staria wird nicht nur in der Außenansicht der Bezeichnung „Captain Future“ gerecht.“ KONZEPTVERGLEICH ALL MOBILITY – automagazin.at 02|2022 24
Das Platzangebot: fürstlich! Absolutes Highlight sind die Captain-Chairs in der zweiten Reihe, die inklusive ausfahrbarer Fußstützen sowie mit Sitzheizung und Belüftung (beides übrigens auch auf den Vordersitzen) wahrlich königliches (Mit-) Reisen ermöglichen. Hier eine DreierBank in der dritten Reihe, die ausgebaut werden kann. Der Restkofferraum ist ähnlich groß wie im VW, allerdings war der T7 „nur“ die kurze Variante. Fahren und Fühlen Im Fahrbetrieb spielt der VW T7 seine Erfahrung aus. Er fährt sich knackiger, mit weniger Wankbewegung, auch der Antritt gelingt mit den 204 PS aus dem 2,0 Liter Turbobenziner souveräner. Geschmälert wird der gute Eindruck aber leider von den deutlichen Antriebseinflüssen auf die Vorderräder und dem äußerst unharmonisch agierenden 7-Gang DSG-Getriebe sowie durch den – erwartbar – verhältnismäßig hohen Verbrauch von gut 11 Litern. Klar, es gibt einen Hybriden, dennoch werden viele Kunden auf den Diesel warten. Ein solcher bewegt dagegen den Hyundai Staria, wenngleich 177 PS mit den stolzen 2.438 Kilogramm Leergewicht eine schwere Aufgabe zu lösen haben. Der Vortrieb ist dank Diesel-Drehmomentwelle im Alltag aber ausreichend, Überholmanöver auf der Landstraße geraten allerdings zur nervenaufreibenden Aktion. Die 8-GangWandlerautomatik schaltet sanft und unauffällig, der Verbrauch pendelt sich bei zehn Litern ein. Ebenfalls dem Gewicht geschuldet ist die größere Seitenneigung, das Fahrverhalten bleibt dennoch immer sicher, vor allem auch dank dem Allradantrieb, welcher im Hyundai Staria Testwagenpreis von € 70.490,- ebenfalls inkludiert ist. Der VW T7 schlägt in der von uns getesteten Ausstattung hingegen mit stolzen € 96.896,31 zu Buche. Das ist, gelinde gesagt, wie Captain Kirk in seinen Filmauftritten: mutig. Ja, der VW ist bis ins Detail durchdacht und äußerst hochwertig. So viel schlechter schlägt sich Hyundais Captain Future allerdings nicht, um den enormen Preisunterschied gänzlich zu rechtfertigen. Und dann zieht bei der Zielgruppe wohl auch noch der im Staria verbaute Dieselmotor sowie dessen größeres Platzangebot. mw Datencheck VW T7 Motor, Antrieb Vierzylinder-Turbo-Benziner, 1.984 ccm, 150 kW/204 PS bei 5.000-6.500 U/min, 320 Nm bei 1.600-4.300 U/min, 7-Stufen-DSG, Frontantrieb Maße, Gewichte und Ladevolumen LxBxH (mm) 4.973/1.941/1.903 Leer Gew./Zul. Ges. Gew. (kg) 2.002/2.850 Anhängelast ungebr./gebr. (kg) 750/2.000 Ladevolumen (l) 469 Tankinhalt (l) 60 Beschleunigung, Spitze, Elastizität 0-100 km/h (s) 9,4 Spitze (km/h) 200 60-100 km/h (s) 4,8 80-120 km/h (s) 5,5 Verbrauch (l/100 km) Normverbrauch WLTP 8,8 Testverbrauch 11,0 CO2-Emission (g/km) 175 (WLTP) Preis € 70.127,91Plus: Optik, Fahrwerk, Leistung Minus: Getriebe, Preis ”Der VW T7 fährt sich knackiger, mit weniger Wankbewegung, auch der Antritt gelingt souveräner.“ HYUNDAI STARIA UND VW T7 ALL MOBILITY – automagazin.at 02|2022 25
NEW MOBILITY MG5 Kombinationselektrowagen Seit die ehemals britische Marke vom China-Konzern SAIC Motors übernommen und als Elektromarke positioniert wurde, geht es dort Schlag auf Schlag. Der neueste Coup nennt sich MG5 Electric und bringt Elektrifizierung in das klassische Segment der Kompakt-Kombis. Wer bei den ersten Bildern an einen Fiat Tipo denkt, liegt nicht ganz falsch – sowohl was Aussehen, als auch die Preisgestaltung betrifft. Nutz & Wert Dank 479 bis 1.400 Liter Kofferraumvolumen, höhenverstellbarem Laderaumboden und Hänger-Option (bis 500 Kilogramm, 50 Kilo Stützlast) gibt der „5er“ den Lademeister – Elektro also jetzt auch für den Häuslbauer? Das recht geschmackvolle Interieur ist leider zu schade für den Baumaterial-Transport: zwei Ausstattungsvarianten (Comfort, Luxury) bieten z.B. LED-Scheinwerfer, Sitzheizung, Rückfahrkamera, Keyless-Go und ein digitales Cockpit – oder auch 360-Grad-Kamera, Klimaautomatik und elektrische Sitze. Immer an Bord: Moderne Konnektivität dank 10,25 Zoll Zentraldisplay mit Apple CarPlay, Android Auto, DAB+ und App für’s Smartphone. In Sachen Sicherheit bietet der MG5 Electric u.a. Fahrassistenzsysteme wie Abstandstempomat, Frontkollisionswarner mit Notbremsfunktion, Spurthalte- und Stauassistent. Solide Elektrotechnik Zum Marktstart im März gibt’s erstmal nur die „Long-Range“ Version mit 61,1 kWh Batterie (WLTP-Reichweite von 400 Kilometern bei 115 kW/156 PS Spitzenleistung), wann die „Standard-Range“ Version mit 50,3 kWh Batterie, 320 km (WLTP) Reichweite und 130 kW (177 PS) nachgereicht wird, steht noch nicht fest. Geladen immer 3-phasig/AC, womit der Akku am Schnelllader (bis 87 kW/DC) in 40 Minuten zu 80 % gefüllt ist. Sehr gut: Eine Batterieheizung ist Serie, zudem kann der MG5 Electric „Vehicle to Load“, also 2,2 kW Leistung der Antriebsbatterie an externe Elektrogeräte oder auch an ein anderes Elektroauto abgeben. Und auch den Einstiegspreis von € 29.990,- finden wir gut. Ausgerechnet die alte neue Marke MG bringt mit dem „Five“ den ersten rein elektrischen Kompaktklassenkombi auf den Markt. Datencheck MG5, Modelle & Motore Version Leistung Reichweite. (WLTP) Preis (€) MG 5 Electric Comfort Std. Range 130 kW (177 PS) 320 km 29.990,- MG 5 Electric Luxury Std. Range 130 kW (177 PS) 320 km 31.590,- MG 5 Electric Comfort Long Range 115 kW (156 PS) 400 km 33.090,- MG 5 Electric Luxury Long Range 115 kW (156 PS) 400 km 34.590,- mw ALL MOBILITY – automagazin.at 02|2022 26
MOTORÖLE ADDITIVE AUTOPFLEGE Autos lieben LIQUI MOLY Die abgebildeten Produkte stehen stellvertretend für das jeweilige Produktsortiment. Mit Vollgas in der Erfolgsspur! LIQUI MOLY lässt Motorherzen höher schlagen und beruhigt den Puls der Autofans. Wohl deshalb wählten uns 2022 die Leserinnen und Leser der führenden Automagazine Deutschlands erneut zur Schmierstoffmarke Nr. 1. Bei AUTO ZEITUNG sowie auto motor und sport bereits das 12. Mal in Folge. Zudem glänzen wir bei AUTO ZEITUNG wiederholt mit Platz 2 in der Kategorie Pflegemittel. Herzlichen Dank! Ausgabe 4/2022 Ausgabe 4/2022 Ausgabe 2/2022 Ausgabe 2/2022 Ausgabe 7/2022
EXTREMTEST E-Mobilty am Polarkreis Cupra on Ice Anders war das Ende Februar, Anfang März nahe dem Polarkreis. Cupra, der sportliche Ableger der spanischen VWTochterfirma Seat, hatte nach Rovaniemi in Nordfinnland geladen, um dem batterieelektrischen Cupra Born und dem bärenstarken Crossover-SUV Formentor VZ5 auf Eis und Schnee die Sporen zu geben. Wie würde der junge Cupra-Stromer Born mit arktischen Temperaturen fertig werden, und wären die 390 Pferdestärken (287 kW) des SUV nicht doch etwas zu viel, auf spiegelglatten Fahrbahnen? Diesen Fragen durfte eine Handvoll Journalisten auf dem Rovaniemi Driving Center, ein paar Kilometer nördlich der lappländischen Hauptstadt, sowie auf zugeschneiten Seitenstraßen ringsum nachgehen. Als Basislager hatten die Cupra-Gastgeber die mitten im Wald gelegene, 17 Hektar große und streng abgeschirmte Anlage gewählt. Dort bieten verschiedene Strecken optimale Rahmenbedingungen, um die (Winter-)Talente von Autos auszuprobieren – sowohl deren Balance bei Schnee oder ihre Wendigkeit auf spiegelglattem Eis. Daher genießt das Rovaniemi Driving Center nicht nur bei Kraftfahrzeug-Entwicklern, sondern auch bei Rallye-Profis einen sehr guten Ruf als Testparcours. Längst hat der Klimawandel den Polarkreis erreicht – in den ersten Märztagen herrschten rund um Rovaniemi statt der sonst üblichen 20 bis 30 Grad minus Temperaturen nur knapp unter dem Nullpunkt. Elektrik und Batterie des Cupra Born standen daher vor keinerlei Problemen und zeigten ähnliche Eigenschaften in punkto Reichweite (um die 250 Kilometer) wie bei winterlichen, österreichischen Verhältnissen. Dennoch waren die meisten Tester neben der wärmenden Klimaanlage auch für das beheizte Lenkrad im Wagen dankbar. Motorjournalisten zählen von November bis April zu den eher unwillkommenen Gästen in Lappland. Das gilt insbesondere für die riesigen, dünn besiedelten Gebiete in der Nähe der zahlreich verstreuten Testzentren für neue Autos aus ganz Europa. Zu dieser Jahreszeit pflegen dort nämlich Automobil-Ingenieure ihre (geheimen) Neukonstruktionen härtesten Wintertests für deren Serienanwendung auszusetzen. ALL MOBILITY – automagazin.at 02|2022 28
E-MOBILTY AM POLARKREIS Alltag Schneefahrbahn im Cupra Born Was in mittleren Breitengraden – mit Ausnahme von ein paar Alpenstrecken – kaum mehr möglich ist, nämlich das Fahren auf schneebedeckten Sträßchen abseits geräumter Wege, gehört im finnischen Norden noch immer zum Alltag. Hier machen sich der niedrige Schwerpunkt im Cupra Born und seine sehr ausgewogene Gewichtsverteilung von 50:50 zwischen vorne und hinten positiv bemerkbar. Die Vorteile des Hinterradantriebs sowie die Fähigkeiten des elektronischen Systems zeigten sich beim Testen der Traktion bei Unter- und Übersteuern besonders deutlich. Im flott gefahrenen Slalom neigt der Hecktriebler zum Übersteuern, was zum Ausbrechen des Hecks führt. Und genau das ist beim forschen Ritt durch eng gestellte Pylonen gewünscht. Dass so etwas nicht zum Dreher führt und nach etwas Übung einigermaßen beherrschbar bleibt, ist eben dem niedrigen Schwerpunkt und der guten Gewichtsverteilung zu verdanken. Chapeau dem Cupra Born unter Bedingungen, bei denen der Slogan „Ski und Rodel gut“ ins Schwarze trifft. Cupra Formentor VZ5, ein Wintermärchen 390 Pferde auf regennasser Straße zu zügeln gehört nicht zu den einfachsten Tätigkeiten am Steuer eines Fahrzeugs. Wie stellt sich so etwas erst bei schneebedeckter Fahrbahn dar? Um das zu erfahren, hatten die Organisatoren für den Ritt mit dem Cupra Formentor VZ5 einen etwa 40 Kilometer langen Rundkurs durch finnische Wälder ausgesucht, auf dem tiefster Winter herrschte. Dem Formentor VZ5 mit Fünfzylindermotor, Allradantrieb, progressiver Lenkung und schnell schaltendem Getriebe schien das regelrecht zu begeistern, und so kam bei den Menschen hinter seinem Lenkrad ebenfalls sehr schnell sehr große Fahrfreude auf. In zügig gefahrenen Kurven auf glattem Untergrund bricht das Heck gewollt und kontrolliert aus, was daran liegt, dass ein sogenannter Torque-Splitter auf der Hinterachse die Kraft des Motors elektrohydraulisch über zwei unabhängige Kupplungen variabel an die beiden Hinterräder verteilt. Wie die Cupra-Fachleute weiter ausführen, bedeutet dies, dass das Drehmoment während der Kurvenfahrt zwischen dem linken und dem rechten Hinterrad umgelagert werden kann, was den VZ5 (noch) wendiger macht. Für noch größeren Fahrspaß bauen die Cupra-Leute einen gesondert zuschaltbaren Drift-Modus ein. In diesem Modus wird das elektronische Stabilitätsprogramm ESC (Electronic Stability Control), das im Normalbetrieb einzelne Räder gezielt abbremst, um ein Untersteuern oder Übersteuern des Fahrzeugs zu verhindern, komplett ausgeschaltet. Nun ermöglicht der Torque-Splitter, die volle Kraft auf ein Hinterrad zu konzentrieren, um das Auto quer in eine Kurve zu schicken. Wohlgemerkt: Der Drift-Modus ist allein für pures Vergnügen und Fahrspaß auf abgesperrter Fahrbahn gedacht! In Finnland sorgte er auf vereister Slalomstrecke jedenfalls dafür, dass sich die gestandenen Männer hinter dem Lenkrad eine Zeitlang wie kleine Jungs fühlten und mit dem „Cupra on the Rocks“ auch genauso benahmen. hak “Chapeau dem Cupra Born unter Bedingungen, bei denen der Slogan „Ski und Rodel gut“ ins Schwarze trifft.“ ALL MOBILITY – automagazin.at 02|2022 29
www.automagazin.atRkJQdWJsaXNoZXIy MjI2NDc=