automagazin 02/2023

Alfa Romeo nutzte die „Auto e Moto d‘Epoca“ in der norditalienischen Stadt Padua 2022 für die offizielle Präsentation des Programms „Alfa Romeo Classiche“, das eine Rückbesinnung der Traditionsmarke auf ihre Historie darstellt. Die europaweit wohl bedeutendste Messe für historische Automobile und Motorräder bildete den Rahmen für die Präsentation des Programms des Unternehmens für umfassende Dienstleistungen rund um klassische Fahrzeuge. Produktionsregister & Dokumentationen Erstmals war auch der CEO von Alfa Romeo höchstpersönlich, Jean Philippe Imparato, in die Veranstaltung eingebunden – aus gutem Grund: er übernimmt die Leitung der Zertifizierungskommission, gemeinsam mit dem Leiter der Abteilung „Heritage“, unterstützt vom Alfa Romeo Werksmuseum. Speziell die Archive des Museums werden große Bedeutung für die Arbeit von „Alfa Romeo Classiche“ haben. Dort werden die Produktionsregister und die gesamte technische Dokumentation aus der Historie der Marke aufbewahrt, die von der Zertifizierungskommission zur Analyse untersuchter Fahrzeuge verwendet werden. Classiche soll DNA aufwerten „Alfa Romeo durchläuft gerade eine Schlüsselphase seiner Geschichte“, stellt Imperato fest. Die Zukunft der Marke werde von sehr ehrgeizigen Zielen bestimmt, die darauf abzielen, Sportlichkeit im 21. Jahrhundert neu zu definieren und dennoch der DNA von Alfa Romeo treu zu bleiben. „Mit dem Programm ‚Alfa Romeo Classiche‘ wollen wir unsere Historie aufwerten, indem wir die Authentizität alter Alfa Romeo zertifizieren. Damit hauchen wir diesen wundervollen Oldtimern, die noch immer Autoliebhaber auf der ganzen Welt faszinieren und begeistern, neues Leben ein“, so Imparato. Hauptbestandteile des Programms „Alfa Romeo Classiche“ sind das Herkunftszertifikat, das die Abteilung Heritage bereits seit 2016 für Alfa Romeo Fahrzeuge anbietet, sowie das Echtheitszertifikat und umfassende Restaurierungsdienstleistungen. Alfa Romeo bietet außerdem die Möglichkeit, die Geschichte eines jeden Fahrzeugs anhand seiner Fahrgestellnummer nachzuvollziehen. Dasselbe Team, das die einzigartige Sammlung historischer Fahrzeuge betreut, steht auch Privatkunden für Restaurierungen zur Verfügung. Die angebotenen Leistungen reichen von der einfachen Wartung bis hin zur Komplettrestaurierung. aum Back to the roots mit wenig geschmackvollen Karosserieanbauteilen dafür, dass diese nur 2.598mal gebaute Variante heute trotz ihrer Rarität nicht gerade zu den gesuchtesten Exemplaren zählt. Die in großer Mehrzahl mit dem 2,0-Liter-Motor ausgerüsteten Standardmodelle der Serie 3 fallen bei vielen Spider-Fans mit ästhetischem Gespür ohnehin durch den Rost. Steine des Anstoßes sind der spitze Frontspoiler und die wulstige Gummilippe am Heck. Der Spider wirkt damit wie eine ehemals hübsche Schauspielerin, die sich aus Angst vor Gesichtsfalten die Wangen und Lippen aufspritzen ließ. Er gilt bei vielen als das unansehnliche schwarze Schaf einer edlen Familie und erzielt auch so die niedrigsten Marktwert-Notierungen. Dabei ist vom Fahrersitz aus weder der Frontspoiler noch der Gummibürzel zu sehen, und das Fahrvergnügen wird eher durch den Sound und das Temperament der Doppelvergaser-Maschine bestimmt, als durch die Gestaltung der Kofferraumpartie. Nüchtern betrachtet spricht mehr dafür, die ab 1983 gebauten Versionen in Erwägung zu ziehen: Sie gelten als diejenigen mit der höchsten Verarbeitungsqualität und der besten Geräusch- sowie Vibrationsdämmung. Auch ist die Chance groß, noch gut erhaltene Exemplare zu finden, die keine halbherzigen Reparaturen zum Erlangen der TÜV-Plakette hinter sich haben. Alfa Romeo Spider – nur selten gut restauriert Beim Spider der Serie 2 ist dies längst die Regel. Unter geschickt modelliertem Blendwerk verbirgt sich oft verrottende Substanz in fortgeschrittenem Stadium, und so mancher oberflächlich betrachtet als gutes Angebot eingeordnete Fastback-Spider entpuppt sich später als Kandidat für eine Vollrestauration. Das Grundproblem bestand über Jahre aus der Diskrepanz zwischen niedrigem Marktwert und hohen Renovierungskosten. Der „Fastback“-Spider wurde von 1969 bis 1983 optisch unverändert angeboten. Die Produktionsstatistik gibt nicht eindeutig Auskunft, doch etwa die Hälfte aller rund 100.000 gebauten Spider aus der Baureihe 105 gehören zur Serie 2. Mit ZweiliterMotor, kräftigerer Bremsanlage und modernisiertem Fahrwerk bietet der Fastback-Spider alle Voraussetzungen für viel Fahrfreude und dazu eine sehr gefällige Linienführung. Hübscher ist nur die erste Version des „Giulia Spider“, besser bekannt unter den Spitznamen „Duetto“ und „Ossa di Sepia“. Weil vom Urtyp bis 1969 kaum mehr als KAUFBERATUNG ALL MOBILITY – automagazin.at 02|2023 60

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