automagazin 03/2024

HI STORI E platzierte Konzernbruder Passat. Ende 1983 wurde die Marke von knapp fünf Millionen hergestellten Golf erreicht. Volkswagen suchte damals mit Hilfe einer Kundenstudie nach den Gründen des enormen Erfolgs. Ergebnis: 40,1 Prozent der Befragten gaben Markenloyalität als Kaufgrund an, für 35,7 Prozent waren der geringe Wertverlust, die Wirtschaftlichkeit sowie der niedrige Spritverbrauch entscheidend und 30,2 Prozent schätzten die Robustheit des Wagens. Des Weiteren förderten Image-Untersuchungen seinerzeit die Erkenntnisse zutage, dass sich der typische Golf-Käufer für selbstsicher, aktiv, kultiviert, vielseitig, pragmatisch und fortschrittlich hielt. 73 Prozent waren männlich, 41 Prozent gaben als Bildungsabschluss Volksschule an, elf Prozent Abitur und 43 Prozent wiesen sich als Angestellte aus. Zahlen & Ansprüche In die Jahre gekommen blätterte schließlich der Lack des Erfolges auch am Golf trotz ständiger Verbesserungen hier und da ab. Vor allem, weil die Konkurrenten in der Kompaktklasse, die durch ihn überhaupt erst gegründet worden war, immer zahlreicher wurden. 2022 notierten die Wolfsburger Statistiker in Deutschland nur noch 84.282 Neuzulassungen des Wagens. Das reichte zwar wieder für die Spitzenposition, doch genügt das nicht den Ansprüchen Volkswagens. Und 2023 hielt die sinkende Tendenz an: Lediglich 81.117 Stück des Verkaufsflaggschiffs in der achten Generation wurden bis Ende Dezember erstmals zugelassen. Fazit: Aktuell stehen also bei VW ähnlich große Veränderungen an wie in den 70zigern. Diesmal gilt es aber nicht nur ein Modell erfolgreich weiterzuführen, sondern dabei auch auf den richtigen Antrieb zu setzen und die übermächtige Konkurrenz aus dem Reich der sogenannten Mitte nicht übersehen. Und last but not least das Unvermögen der aktuellen ideologischen Politik. hak ALL MOBILITY – automagazin.at 03|2024 54

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