Spritpreisbremse – Warum Heizöl trotzdem leer ausgeht

Spritpreisbremse – Warum Heizöl trotzdem leer ausgeht – Autofahrer bekommen Entlastung – Haushalte mit Ölheizung schauen durch die Finger. Ab Oktober will die Bundesregierung die hohen Treibstoffpreise in Österreich abfedern. Benzin- und Dieselfahrer dürfen sich auf eine spürbare Entlastung freuen. Für jene, die ihr Haus oder ihre Wohnung mit Heizöl wärmen, gilt das allerdings nicht. Heizöl bleibt von der geplanten Spritpreisbremse ausgenommen.

Für Autofahrer ist die Nachricht zunächst erfreulich. Angesichts der zuletzt stark gestiegenen Preise an den Tankstellen will die Bundesregierung im Oktober und November gegensteuern. Vorgesehen ist unter anderem eine Senkung der Mineralölsteuer auf Benzin und Diesel um rund 6,7 Cent je Liter. Zusätzlich soll eine Begrenzung der Margen der Mineralölunternehmen für eine weitere Entlastung sorgen. Inklusive Mehrwertsteuer soll sich die Entlastung auf mehr als zwölf Cent je Liter belaufen.

Doch wer mit Heizöl heizt, profitiert davon nicht.

Das liegt vor allem daran, dass die geplante Maßnahme auf Kraftstoffe für den Straßenverkehr zugeschnitten ist. Heizöl wird steuerlich und regulatorisch anders behandelt. Eine automatische Übertragung der Entlastung auf Heizöl ist daher nicht vorgesehen.

Zwei Flüssigkeiten – zwei Preiswelten

Für Konsumenten wirkt diese Unterscheidung zunächst wenig nachvollziehbar. Schließlich handelt es sich in beiden Fällen um Mineralölprodukte, deren Preise wesentlich von den internationalen Rohölnotierungen, Raffineriekosten, Transport und Steuern beeinflusst werden.

Der entscheidende Unterschied: Diesel wird an der Tankstelle als Kraftstoff verkauft, Heizöl dient der Wärmeerzeugung. Die politische Maßnahme soll kurzfristig vor allem die Mobilitätskosten von Autofahrern reduzieren.

Für Haushalte mit Ölheizung bleibt die Situation damit unverändert. Sie müssen den Marktpreis für ihre nächste Tankfüllung weiterhin selbst tragen.

Gerade bei größeren Heizöltanks kann das empfindlich ins Haushaltsbudget schlagen. Wer beispielsweise 2.000 Liter Heizöl benötigt, spürt bereits wenige Cent Preisunterschied pro Liter deutlich. Eine Entlastung wie beim Diesel würde sich hier ebenfalls rasch auf einen dreistelligen Eurobetrag summieren.

Warum keine Heizölbremse?

Politisch lässt sich die unterschiedliche Behandlung damit erklären, dass die Regierung mit der Spritpreisbremse eine unmittelbare Entlastung bei den Mobilitätskosten erreichen will. Gleichzeitig stellt sich aber die Frage nach der Gleichbehandlung verschiedener Haushalte.

Denn nicht jeder Haushalt kann kurzfristig auf eine andere Heizform umsteigen. Besonders im ländlichen Raum gibt es zahlreiche bestehende Gebäude mit Ölheizungen. Eine neue Heizung bedeutet für Eigentümer zudem eine erhebliche Investition.

Damit entsteht eine etwas eigenartige Situation: Wer mit seinem Diesel zur Arbeit fährt, soll entlastet werden. Wer mit Heizöl sein Haus warm hält, bekommt von dieser konkreten Maßnahme nichts.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Heizöl generell steuerlich unverändert bleibt oder künftig nicht Gegenstand anderer Maßnahmen werden könnte. Die aktuelle Spritpreisbremse ist jedoch ausdrücklich auf Benzin und Diesel ausgerichtet.

Der Blick auf die Heizkosten

Für die Konsumenten bleibt deshalb eine wichtige Frage offen: Was passiert mit den Heizkosten, wenn die Energiepreise weiter steigen?

Während Autofahrer zumindest zeitweise von einem staatlichen Eingriff profitieren, sind Heizölkunden weiterhin vom freien Marktpreis abhängig. Und dieser kann sich – abhängig von Rohölpreis, Wechselkurs, geopolitischen Entwicklungen und saisonaler Nachfrage – kurzfristig deutlich verändern.

Aus Sicht des am – österreichischen automagazins ist die Diskussion deshalb durchaus interessant. Die Energiepolitik lässt sich längst nicht mehr ausschließlich auf die Frage reduzieren, wie viel ein Liter Benzin oder Diesel kostet. Mobilität und Wärme hängen am selben internationalen Energiemarkt, werden politisch aber unterschiedlich behandelt.

Fazit: Entlastung mit klarer Grenze

Die Spritpreisbremse bringt eine Entlastung für Autofahrer, aber nicht für Heizölkunden. Wer im Herbst tankt, soll von den vorgesehenen Maßnahmen profitieren. Wer seinen Heizöltank auffüllen muss, bleibt dagegen mit dem aktuellen Marktpreis konfrontiert.

Für die betroffenen Haushalte ist das eine wichtige Information: Die angekündigte Verbilligung an der Tankstelle darf nicht mit einer generellen Verbilligung fossiler Energie verwechselt werden.

Und spätestens wenn im Herbst die ersten Heizölrechnungen ins Haus flattern, dürfte sich zeigen, wie groß diese politische Grenze tatsächlich ins Haushaltsbudget einschlägt.