Teilautonomes Fahren macht unaufmerksam

Das teilautonomes Fahren unaufmerksam macht, ist das Ergebnis einer Studie des Insurance Institute for Highway Safety (IIHS) in den USA. Je länger Autofahrer teilautomatische Systeme in ihrem Fahrzeug nutzen, desto eher werden sie unaufmerksam. Sie nehmen etwa ihre Hände vom Steuer oder lassen sich vom Smartphone oder dem Infotainment im Auto ablenken.

Für die Studie mit dem Titel „Feldversuch zur Unachtsamkeit durch Teilautomation“ untersuchte das IIHS gemeinsam mit dem MIT Age Lab das Fahrverhalten von 20 Freiwilligen. Sie waren mit Autos unterwegs, die über eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit automatischer Distanzregelung verfügten. Zum Teil auch über die Assistenzfunktion Pilot Assist.

Zu Beginn der Testphase, kurz nach Fahrzeugübernahme, stellten die Studienautoren sehr geringe bis gar keine Unterschiede in Bezug auf die Ablenkung während des Fahrens fest. Das änderte sich jedoch nach etwa einem Monat: Die Fahrer zeigten eine deutlich stärkere Tendenz zu Unaufmerksamkeit. Sie nahmen häufiger die Hände vom Lenkrad, wenn sie autonome Fahrfunktionen nutzten. Besonders bei der Kombination von ACC mit der Komfortfunktion Pilot Assist ließ die Achtsamkeit am Steuer nach.

Die Studie mache deutlich, dass teilautonomes Fahren unaufmerksam macht. Autofahrer verlieren leicht ihre Konzentration, wenn sie in teilautomatisierten Fahrzeugen unterwegs sind. Und sich an deren Unterstützung gewöhnt haben. So die Zusammenfassung des IIHS. Deshalb plädieren die Forscher dafür, mit der Teilautomatisierung von Fahrzeugen auch zuverlässige Überwachungssysteme für die Fahrer einzuführen. Diese Assistenten sollten insbesondere die Kopf- und Augenposition des Fahrers kontrollieren.