Was man wissen sollte bevor man neue Reifen montiert

Was man wissen sollte bevor man neue Reifen montiert – Ein neuer Reifensatz verbessert Sicherheit, Fahrkomfort und Fahrverhalten – allerdings nur dann, wenn die Reifen zum Fahrzeug passen und fachgerecht montiert werden. Vor der Montage lohnt es sich daher, einige wichtige Punkte zu überprüfen. Von der passenden Reifengröße über den richtigen Luftdruck bis hin zur Einfahrphase tragen viele Details dazu bei, dass die Reifen ihre volle Leistung entfalten und möglichst lange halten.
Die richtige Reifengröße ist die Grundlage
Bevor neue Reifen montiert werden, muss geprüft werden, welche Reifengröße für das Fahrzeug freigegeben ist. Angaben wie 225/45 R17 sind nicht beliebig wählbar, sondern richten sich nach den Vorgaben des Fahrzeugherstellers.
Die zulässigen Größen finden Sie in der Zulassungsbescheinigung Teil II (Fahrzeugschein), der Konformitätsbescheinigung (CoC) oder der Bedienungsanleitung, raten die Experten von AlleReifen 365 AT. Eine nicht freigegebene Größe kann das Fahrverhalten beeinträchtigen und unter Umständen auch versicherungsrechtliche Folgen haben.
Tragfähigkeits- und Geschwindigkeitsindex nicht übersehen
Neben der Reifengröße spielen auch der Load-Index (LI) und der Geschwindigkeitsindex eine wichtige Rolle. Beide Werte müssen mindestens den Anforderungen des Herstellers entsprechen.
Vor der Montage sollten deshalb folgende Angaben kontrolliert werden:
- Load Index prüfen
Der Load Index gibt an, wie viel Gewicht ein einzelner Reifen maximal tragen darf. Dieser Wert muss mindestens den Vorgaben des Fahrzeugherstellers entsprechen, damit das Fahrzeug auch bei voller Beladung sicher unterwegs ist. Ein zu niedriger Load-Index kann die Fahrsicherheit beeinträchtigen und zu einer höheren Belastung der Reifen führen.
2. Geschwindigkeitsindex vergleichen
Der Geschwindigkeitsindex zeigt die maximale Geschwindigkeit an, für die einen Reifen zugelassen ist. Er sollte immer zur bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs passen oder diese übertreffen. So bleibt die Stabilität des Reifens auch bei höheren Geschwindigkeiten gewährleistet.
3. Alle vier Reifen vergleichen
Für ein sicheres und ausgewogenes Fahrverhalten sollten alle vier Reifen dieselbe Größe sowie möglichst identische technische Eigenschaften besitzen. Unterschiede beim Tragfähigkeits- oder Geschwindigkeitsindex können das Lenkverhalten, die Straßenlage und den Verschleiß negativ beeinflussen. Einheitliche Reifen sorgen dagegen für mehr Fahrkomfort und eine gleichmäßige Performance auf jeder Strecke. Wer diese Werte berücksichtigt, schafft die Grundlage für sicheres und stabiles Fahren.
Das Reifenalter spielt ebenfalls eine Rolle
Nicht nur das Profil entscheidet über die Qualität eines Reifens. Auch das Produktionsdatum sollte kontrolliert werden. Die sogenannte DOT-Nummer verrät, wann der Reifen hergestellt wurde. Die letzten vier Ziffern geben Produktionswoche und Produktionsjahr an. Die Kennzeichnung 1225 bedeutet beispielsweise, dass der Reifen in der 12. Kalenderwoche des Jahres 2025 produziert wurde.
Bei sachgerechter Lagerung gelten Reifen, die beim Kauf etwa zwei bis drei Jahre alt sind, weiterhin als Neuware. Dennoch empfiehlt es sich, das Herstellungsdatum vor der Montage kurz zu überprüfen.
Sommer- Winter- oder Ganzjahresreifen?
Die Wahl des passenden Reifentyps beeinflusst sowohl die Sicherheit als auch den Fahrkomfort. Deshalb sollte der Reifensatz immer zu den überwiegenden Einsatzbedingungen passen.
Je nach Einsatzgebiet bieten sich unterschiedliche Varianten an:
- Sommerreifen bieten kurze Bremswege, guten Grip und präzises Fahrverhalten auf trockener und nasser Fahrbahn.
- Winterreifen bieten besseren Grip auf Schnee, Eis und bei niedrigen Temperaturen und erhöhen so die Fahrsicherheit.
- Ganzjahresreifen stellen einen guten Kompromiss dar. Sie eignen sich besonders für Regionen mit mildem Klima und Fahrer, die ihr Fahrzeug überwiegend unter normalen Wetterbedingungen nutzen.
Welche Variante sinnvoll ist, hängt letztlich vom Fahrprofil und den klimatischen Bedingungen ab.
Laufrichtung und Felgen sorgfältig kontrollieren
Viele moderne Reifen sind laufrichtungsgebunden oder asymmetrisch. Deshalb müssen Markierungen wie „Rotation“, „Outside“ oder „Inside“ bei der Montage unbedingt beachtet werden.
Ebenso wichtig ist ein Blick auf die Felgen. Risse, Verformungen oder Korrosion können die Sicherheit beeinträchtigen und sollten vor der Montage ausgeschlossen werden. Zusätzlich müssen Felgengröße und Einpresstiefe zum jeweiligen Fahrzeug passen.
Reifendruck und Auswuchten gehören zur Montage dazu
Auch nach der Montage neuer Reifen gibt es einige Punkte, die beachtet werden sollten. Besonders wichtig ist der richtige Reifendruck, denn nur mit den vom Fahrzeughersteller empfohlenen Werten können die Reifen ihre optimale Leistung entfalten. Die entsprechenden Angaben befinden sich je nach Fahrzeugmodell meist im Tankdeckel, an der B-Säule auf der Fahrerseite oder in der Betriebsanleitung.
Zudem sollte jeder neu montierte Reifen sorgfältig ausgewuchtet werden. Dadurch werden störende Vibrationen während der Fahrt vermieden, der Fahrkomfort erhöht und ein gleichmäßiger Verschleiß der Reifen gefördert.
Wann ist eine Achsvermessung sinnvoll?
Sind die alten Reifen ungleichmäßig abgefahren oder wurden Arbeiten am Fahrwerk durchgeführt, empfiehlt sich vor oder nach der Reifenmontage eine Achsvermessung.
Bereits kleine Abweichungen bei Spur oder Sturz können dazu führen, dass sich neue Reifen deutlich schneller abnutzen. Eine korrekt eingestellte Achsgeometrie trägt deshalb wesentlich zur Lebensdauer des neuen Reifensatzes bei.
Reifendruckkontrollsystem und Radschrauben nicht vergessen
Viele moderne Fahrzeuge verfügen über ein Reifendruckkontrollsystem (RDKS beziehungsweise TPMS). Nach der Montage müssen die Sensoren überprüft und je nach Fahrzeug neu angelernt oder programmiert werden.
Genauso wichtig ist das korrekte Anziehen der Radschrauben mit dem vom Hersteller vorgeschriebenen Drehmoment. Bei Fahrzeugen mit herkömmlichen Radschrauben empfiehlt es sich außerdem, diese nach etwa 50 bis 100 Kilometern erneut kontrollieren beziehungsweise nach Herstellervorgabe nachziehen zu lassen.
Warum die Einfahrphase neuer Reifen wichtig ist
Neue Reifen besitzen aufgrund des Herstellungsprozesses zunächst eine besonders glatte Lauffläche. Erst nach den ersten Kilometern entwickelt sich die optimale Haftung.
Während der ersten 200 bis 300 Kilometer empfiehlt sich daher eine angepasste Fahrweise. Starkes Beschleunigen, Vollbremsungen und hohe Kurvengeschwindigkeiten sollten in dieser Zeit vermieden werden. So kann sich die Lauffläche gleichmäßig einfahren und der Reifen sein volles Grip-Niveau erreichen.
Ein neuer Reifensatz ist eine Investition in Sicherheit und Fahrkomfort. Wer vor der Montage alle wichtigen Punkte überprüft und auch nach dem Reifenwechsel auf Reifendruck, Achsgeometrie sowie die Einfahrphase achtet, schafft beste Voraussetzungen für gleichmäßigen Verschleiß, zuverlässige Fahreigenschaften und eine lange Lebensdauer der Reifen.


