Winterreifen-Schock-Diese Pneus fallen beim ÖAMTC-Test durch

Winterreifen-Schock-Diese Pneus fallen beim ÖAMTC-Test durch – 32 Winterreifen im großen ÖAMTC-Test – Nur sechs Modelle schaffen ein „gut“, acht fallen komplett durch. Besonders auf nasser Fahrbahn zeigen sich dramatische Unterschiede.
Wer jetzt an den Winterreifenwechsel denkt, sollte beim Kauf genau hinschauen. Der aktuelle ÖAMTC-Winterreifentest 2026 zeigt erhebliche Unterschiede zwischen den getesteten Modellen. Insgesamt 32 Winterreifen in den Dimensionen 185/65 R15 und 225/50 R17 wurden gemeinsam mit europäischen Partnerorganisationen unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist ernüchternd: Nur sechs Reifen erhalten die Gesamtnote „gut“, acht Modelle fallen mit „nicht genügend“ durch. Zwölf Reifen werden mit „befriedigend“ und sechs mit „genügend“ bewertet.
Nur wenige Reifen überzeugen auf ganzer Linie
In der Dimension 185/65 R15, die vor allem bei Klein- und Kompaktwagen verbreitet ist, schaffen lediglich der Continental WinterContact TS 870 und der Michelin Alpin 7 ein „gut“. Continental überzeugt dabei unter anderem mit sehr guten Leistungen auf trockener und nasser Fahrbahn sowie einer guten Performance auf winterlicher Fahrbahn.
In der größeren Dimension 225/50 R17 schaffen vier Modelle die Bewertung „gut“: Pirelli Cinturato Winter 3, Continental WinterContact TS 870, Goodyear UltraGrip Performance 3 und Michelin Alpin 7. Damit zeigt sich einmal mehr, dass ein Reifen vor allem über seine ausgewogene Gesamtleistung überzeugen muss – und nicht mit einem einzelnen Spitzenwert.
Interessant ist auch der Blick auf das Mittelfeld. Bei den 185ern landen beispielsweise der Linglong Sport Master Winter und der Optimo Winter Touring OW41 mit „befriedigend“ vor einigen wesentlich bekannteren Marken. Der ÖAMTC betont deshalb, dass ein großer Markenname allein keine Garantie für eine gute Gesamtleistung darstellt. Umgekehrt sind weniger bekannte Hersteller ebenfalls nicht automatisch eine gute Wahl.
Nässe wird zum großen Problem
Besonders deutlich werden die Unterschiede bei Regen. Mehrere Reifen verlieren hier massiv an Boden und werden wegen ihrer schlechten Leistungen bei Nässe insgesamt mit „nicht genügend“ bewertet.
Besonders relevant ist der Bremsweg. Laut ÖAMTC sind die Unterschiede zwischen den besten und schlechtesten Modellen so groß, dass bei einer Bremsung die schwächsten Reifen noch mit einer Restgeschwindigkeit von beinahe 50 km/h unterwegs sein können, während die besten bereits stehen. Gerade im Winter ist das ein entscheidender Sicherheitsfaktor, denn nasse Fahrbahnen gehören zu den häufigsten Bedingungen in der kalten Jahreszeit.
Der Test zeigt außerdem, dass hervorragende Schneeeigenschaften alleine keinen guten Winterreifen ausmachen. Ein extremes Beispiel liefert der Rockblade Rock 868S in der Dimension 185/65 R15: Auf Schnee erreicht er die beste Leistung des gesamten Testfeldes, scheitert jedoch aufgrund gravierender Defizite auf trockener und vor allem nasser Fahrbahn an der Gesamtwertung.
Auch Umweltbilanz zählt

Neben der Fahrsicherheit untersuchte der ÖAMTC auch Umweltaspekte. Bewertet wurden unter anderem Laufleistung, Abrieb, Effizienz, Geräuschentwicklung und Nachhaltigkeit.
Gerade bei den 185/65-R15-Reifen fällt die Bilanz durchwachsen aus. Kein Modell erreicht hier bei der Umweltbilanz die Bestnote „gut“. Ein Grund ist die vergleichsweise geringe prognostizierte Laufleistung von durchschnittlich rund 31.000 Kilometern. In der Dimension 225/50 R17 fällt die Umweltbilanz einzelner Modelle dagegen ausgewogener aus.
Was Autofahrer aus dem Test mitnehmen sollten
Der aktuelle Test macht deutlich: Beim Winterreifenkauf sollte nicht nur auf Preis, Marke oder eine einzelne Spitzenleistung geachtet werden. Entscheidend ist das Zusammenspiel verschiedener Eigenschaften – auf trockener und nasser Straße ebenso wie auf Schnee und Eis.
Wer sich vor dem Kauf informieren möchte, findet die vollständigen Ergebnisse und Detailbewertungen aller getesteten Modelle direkt beim ÖAMTC-Reifentest. Dort können die Reifen auch nach Dimension und einzelnen Testkriterien miteinander verglichen werden.
Das Fazit des ÖAMTC: Ein guter Winterreifen muss ein Allrounder sein. Denn im österreichischen Winter kann die Straße innerhalb weniger Kilometer von trocken zu nass, eisig oder verschneit wechseln. Genau deshalb zählt am Ende nicht der beste Einzelwert, sondern die ausgewogene Leistung unter möglichst vielen unterschiedlichen Bedingungen.


